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    LEDs am Auto: Sicher, schick – und teuer

    Losheim am See (dpa/tmn) - Ob als Tagfahrlicht oder in den Rückleuchten: LEDs gelten als modern und schick. Erste Fahrzeughersteller bieten inzwischen sogar Voll-LED-Scheinwerfer an, denn Leuchtdioden haben viele Vorteile. Der Nachteil: Defekte LEDs können teuer werden.

    Leuchtender Lidstrich
    Leuchtender Lidstrich: Immer mehr Autos haben LED-Technik am Bord, zum Beispiel als Tagfahrlicht im Scheinwerfer.
    Foto: Christoph Walter - DPA

    In der dritten Bremsleuchte glimmen sie schon lange auf und funkeln bei immer mehr Autos als Tagfahrlicht in der Fahrzeugfront: Leuchtdioden, kurz LEDs. Zur Verbesserung der Verkehrssicherheit mögen die lichtstarken Leuchten ein Segen sein. Allerdings können sie zum Fluch für Autobesitzer werden - wenn sie nämlich ihren Dienst quittieren. «Einzelne LEDs lassen sich im Allgemeinen nicht austauschen. Das Ersetzen defekter Dioden kann deshalb überraschend teuer werden, vor allem wenn LEDs in die Hauptscheinwerfer integriert sind», sagt Thomas Schuster von der Sachverständigenorganisation KÜS.

    LED - diese Abkürzung steht für «Light Emitting Diode» (Licht aussendende Diode). Und grundsätzlich sind LEDs eine feine Sache: Die winzigen Leuchten geben Fahrzeugentwicklern viel Raum für frisches Design im Autogesicht oder am Fahrzeugheck. Sie strahlen sehr hell, obwohl die Dioden wenig Strom verbrauchen: Nach Informationen des Lichtspezialisten und Zulieferers Hella benötigt eine typische aktuelle LED-Tagfahrlichtfunktion im Schnitt 5 bis 10 Watt, während Systeme mit Glühlampen knapp 50 Watt verbrauchen. Vor allem aber gelten LEDs als viel langlebiger. Doch auch sie halten nicht ewig.

    Die seit 1998 für Neuwagen vorgeschriebene dritte Bremsleuchte, die in der LED-Technik sehr schnell Standard wurde, zeugt vielfach davon, dass Dioden nach einigen Jahren ausfallen können: «Bei der Hauptuntersuchung fallen uns immer häufiger Autos auf, bei denen der Bremslichtbalken am Fahrzeugheck Lücken aufweist», hat Schuster beobachtet. «Das kann natürlich auch LED-Tagfahrleuchten treffen.»

    Steffen Pietzonka von Hella geht zwar davon aus, «dass LEDs ein Autoleben lang nicht ausgetauscht werden müssen.» In Internetforen klagen aber schon jetzt Autohalter über ausgefallene LED-Tagfahrleuchten, obwohl es diese überhaupt erst seit ein paar Jahren zu kaufen gibt. «Ist die Fahrzeuggarantie abgelaufen, müssen Halter mit hohen Reparaturkosten rechnen», betont Schuster.

    LEDs dürfen nämlich nach den international geltenden ECE-Vorgaben für Kfz-Technik nur als Module in Autos eingebaut werden. Das bedeutet, dass die Dioden in einem Bauteil wie der dritten Bremsleuchte verkapselt sein müssen - und zwar «manipulationssicher» (ECE-Regelung R98). Einzelne Dioden können daher nicht entnommen oder ausgetauscht werden, ohne das gesamte Bauteil zu zerstören. Wie gewohnt ein defektes Birnchen herausdrehen und eine neue Leuchte für ein paar Euro einsetzen, das ist bei LED-Modulen nicht möglich.

    Für den Fall, dass die LEDs in der dritten Bremsleuchte den Geist aufgeben, sind die Kosten für den Austausch dieses Bauteils nach KÜS-Einschätzung mit etwa 30 bis 100 Euro plus Montage noch recht überschaubar. Ganz anders sieht es etwa beim Tagfahrlicht aus.

    Bei vielen Autos, die mit LED-Tagfahrlicht ausgeliefert werden, sind mehrere Dioden zum Beispiel als Lichterketten oder Winkel in die Hauptscheinwerfer integriert. «Und zwar häufig nicht als separates, austauschbares Modul im Scheinwerfergehäuse, sondern als fester Bestandteil», erklärt Pietzonka. Die Gründe dafür seien meist Designvorgaben der Fahrzeughersteller oder konstruktiv bedingt. «Darüber hinaus ist ein kompakter Aufbau der Lichtfunktionen häufig günstiger als separate, austauschbare LED-Platinen», so Pietzonka.

    Leidtragender ist am Ende der Autobesitzer: Wenn das integrierte LED-Tagfahrlicht defekt ist, muss oft der komplette Hauptscheinwerfer erneuert werden. «Und dafür werden inklusive Werkstattkosten je nach Fahrzeug leicht viele hundert, manchmal auch mehr als tausend Euro fällig», hat Schuster recherchiert. Je mehr Autos mit integrierter LED-Technik in die Jahre kämen, desto größer werde das Risiko des teuren Austauschs. Für Fahrzeuge mit Voll-LED-Scheinwerfern, die bisher noch recht selten sind, gilt das ebenfalls.

    Schwachstelle von LEDs sind laut dem ADAC-Technikexperten Helmut Schmaler nicht die Leuchtkörper selbst, sondern Drähte und Kontakte auf der Trägerplatine, denen zum Beispiel Korrosion zusetzen könne.

    Egal ob vorne oder hinten am Auto: Defekte LED-Leuchten müssen spätestens dann repariert werden, wenn mehr als eine Lichtquelle streikt. «Das kann je nach Konstruktion in einer LED-Kette eine einzelne Diode oder ein kleines Modul mit zwei, drei Dioden sein», erklärt Schuster. Bei der Kfz-Hauptuntersuchung muss der Ausfall mehrerer LED-Lichtquellen als erheblicher Mangel beanstandet werden. Das sieht die jüngste Änderungsverordnung straßenverkehrsrechtlicher Vorschriften vor, die am 1. Juli 2012 in Kraft getreten ist.

    Tagfahrlicht: Integriertes LED noch selten

    Integriertes LED-Tagfahrlicht bieten Autohersteller bisher meist nur in optionalen Xenon-Scheinwerfern an. In Halogenscheinwerfern sind LEDs laut dem Zulieferer Hella seltener zu finden, für das Tagfahrlicht kommen darin in der Regel noch Glühlampen zum Einsatz. Tagfahrlicht ist für neue Pkw-Typen seit dem 7. Februar 2011 vorgeschrieben und für Nutzfahrzeuge über 3,5 Tonnen seit dem 7. August 2012.

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