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    Hätten Sie an die gedacht? – Alternativen zum Bestseller-Mainstream

    Golf, Polo, Fiesta, A-Klasse, Astra oder 5er: Auf unseren Straßen gibt es überwiegend Einheitsbrei zu sehen. Das hat gute Gründe, denn die Qualität stimmt zumeist und die Händlernetze sind dicht gespant. Wer mit seinem Wagen gerne mal ausscheren will, für den haben wir einige Alternative zusammengetragen.

    Ford bietet nun auch in Deutschland ein großes SUV an
    Ford bietet nun auch in Deutschland ein großes SUV an

    Der Mitsubishi Spacestar ist etwas für Kleinwagen-Fans
    Der Mitsubishi Spacestar ist etwas für Kleinwagen-Fans

    Auf dem morgendlichen Weg zur Arbeit, eher eigentlich beim kollektiven Schleich ins Büro, kriechen einem gängige Modelle in auffällig großer Zahl vor der Kühler herum. Gibt es eigentlich keine echten Alternativen zu Passat, Golf, Astra und Co.? Klar gibt es die. Wir haben sieben empfehlenswerte Fahrzeuge, die nicht an jeder Straßenecke stehen und selbst in einem 10-Kilometer-Stau selten anzutreffen sind.

    Die Giulia von Alfa Romeo räumt in der Mittelklasse auf
    Die Giulia von Alfa Romeo räumt in der Mittelklasse auf

     

    Ausdrucksstark und sportlich: So geht Infinitis neuer Q30 zunächst in Europa auf Kundenfang
    Ausdrucksstark und sportlich: So geht Infinitis neuer Q30 zunächst in Europa auf Kundenfang

    Fangen wir klein an: Erst auf dem zehnten Platz der Zulassungsstatistik in der Kleinwagenklasse findet sich ein Fahrzeug namens Mitsubishi Spacestar. Während sich in den ersten drei Quartalen 2017 rund 38.000 Käufer für einen Opel Corsa und sogar 50.000 für einen VW Polo entschieden, wurden gerade einmal 16.000 Mitsubishi-Kleinwagen (Mirage und Spacestar kombiniert) neu zugelassen. Dabei ist der kleine Japaner ein richtig gutes Auto. Mit dem Facelift Anfang 2016 hielten zudem unter anderem LED-Rückleuchten und ein Dachspoiler am Spacestar Einzug. Unter der Haube arbeitet im Idealfall, also beim Topmodell, ein 1,2-Liter-Dreizylinder mit 59 kW/80 PS. Entweder wird über ein manuelles Fünfgang-Getriebe geschaltet, oder es gibt optional eine CVT-Automatik, allerdings samt „Gummibandeffekt“. In der  höchsten Ausstattungsstufe sind dafür ein Infotainment-System mit Apple CarPlay, beheizte Vordersitze sowie ein Multifunktionslenkrad an Bord. Der übersichtliche Kleinwagen ist mit dem 1,2-Liter-Benziner prima motorisiert und schwimmt gut im Verkehr mit. Legt man die Rückbank um, passen außerdem 881 Liter Gepäck in den Spacestar – nomen est also doch omen. Und das alles für einen Grundpreis von fairen 9.990 Euro (das teuerste Modell startet bei 12.290 Euro). Wetten, dass es beim Händler noch ein paar Hunderter Rabatt gibt?

    Mit dem Peugeot 308 GTi hat man auch auf der Strecke Spaß
    Mit dem Peugeot 308 GTi hat man auch auf der Strecke Spaß

     

    Der Renault Talisman Grandtour bietet Gewerbekunden in der Business Edition ein attraktives Ausstattungspaket mit kleine
    Der Renault Talisman Grandtour bietet Gewerbekunden in der Business Edition ein attraktives Ausstattungspaket mit kleinem Preisvorteil

    Deutlich komfortabler geht es in der Klasse der Premium-Kompakten zu. Wer hier etwas auf sich hält, greift meistens zum kleinsten Mercedes-SUV im Portfolio: dem GLA. Auch hier stammt die unbekanntere Konkurrenz aus Asien und rollt in diesem Fall mit einem Infiniti-Logo vor. Das Besondere am Vergleich Q30 gegen A-Klasse? Der Japaner basiert auf der Plattform des deutschen Klassenprimus und versteckt diese Anleihen – zumindest im Innenraum – auch gar nicht erst. Lenkrad, Klimaregler und elektrische Sitzverstellung: Alles riecht stark nach Stuttgarter Wertarbeit. Pluspunkte sammelt der Q30 für sein deutlich gefälligeres Design und den Preisvorteil gegenüber dem Mercedes-Bruder. Beispiel gefällig? Schon die Basisversionen der beiden Fahrzeuge unterscheiden sich um knapp 3.500 Euro zugunsten des Infiniti. Beim Top-Diesel Q30 2.2d mit 125 kW/170 beläuft sich der Unterschied zum GLA 220d sogar auf 7.000 Euro. Kleiner Kritikpunkt am Q30: Das Händlernetz ist hierzulande doch sehr dünn, dafür fährt man dann aber auch ein vergleichsweise seltenes Auto: Im September wurden gerade einmal 54 Exemplare zugelassen.

    Der Subaru BRZ lässt viele schnellere Sportwagen spaßtechnisch hinter sich
    Der Subaru BRZ lässt viele schnellere Sportwagen spaßtechnisch hinter sich

     

    Wer es gerne etwas sportlicher hat, gleichzeitig aber nicht auf die Vorteile eines Kompakten verzichten will, kam jahrelang nicht am VW Golf GTI vorbei. Mittlerweile ist die „Hothatch“-Klasse deutlich breiter aufgestellt und bietet für fast jeden Geschmack etwas. Der GTI ist zwar besser denn je aber auch etwas langweilig und alltäglich, vielleicht auch schon zu perfekt. Mehr Emotionen bekommt man bei den Nachbarn aus Frankreich in Form des Peugeot 308 GTi. Mit 200 kW/272 PS tritt der Sportler mit dem kleinen „i“ stärker auf als alle Gölfe unterhalb des „Clubsport“. Dabei schaufelt der Peugeot seine Leistung aus „nur“ 1,6 Liter Hubraum, das geht zulasten des Drehmoments, das mit 330 Newtonmeter vergleichsweise gering ausfällt. Anders als den Golf gibt es den 308 ausschließlich als Fünftürer, was vor allem praktischer veranlagte Sportfahrer ansprechen dürfte. Dabei bläst der GTi ins gleiche Horn wie der GTI und will mehr alltagstauglicher Sportler als Rennwagen sein. So bleiben die Bandscheiben selbst auf welligen Bergstraßen unangetastet und einer gehörigen Portion Spaß steht dennoch nichts im Wege. Wer nun zwischen Golf und 308 schwankt, dem hilft vielleicht eine Einordnung der Preise: Los geht’s beim Franzosen für 35.350 Euro, das sind knapp 5.500 Euro mehr als für einen Basis-Golf-GTI. Rüstet man diesen allerdings über die Aufpreisliste auf das Löwen-Niveau , möchte auch die Wolfsburger Hausbank lieber eine Vier als eine Drei vor den vielen Nullen sehen.

     

    Deutlich ziviler als bei den wilden Kompakten geht es meist in der Mittelklasse zu. Hier dominieren vor allem deutsche Premiumfabrikate wie BMW 3er oder Audi A4 das Straßenbild. Dass ausgerechnet Italien eine Limousine ins Rennen um die Verkäufe dieser Klasse schickt, überraschte 2016 schon ein wenig. Mit der Giulia hat Alfa Romeo jedoch ein sehr emotionales Eisen im Feuer und scheut sich nicht, dieses mit heißen Versionen wie der „Quadrifoglio“ oder der „Veloce“ weiter zu schmieden. Schon das Design ist aufregender als bei BMW oder Audi, die ihre Formensprache seit Jahren nur überaus vorsichtig weiterentwickeln. Zum Marktstart gab es das Topmodell „QV“ mit 375 kW/510 PS und einen 2,2 Liter großen Diesel in drei Leistungsstufen, später folgten zwei weitere Benziner. Fahrdynamisch zeigt sich die Giulia auch mit wenigen Pferden unter der Haube in einem guten Licht, was vor allem auf die Abstimmung von Lenkung und Fahrwerk zurückzuführen ist. Das dürfte den meisten Flottenkunden egal sein, über eine gute Aufhängung wird sich aber wohl keiner beschweren. Einen Preis für die schicke Italienerin gibt es übrigens auch: Mindestens 33.100 Euro werden fällig. Zum Vergleich: Der BMW 3er startet bei 32.850 Euro. Beide Modelle sind dann 100 kW/136 PS stark.

     

    Wer weniger auf Limousinen und mehr auf Kombis abfährt, wird vielleicht ähnlich wie die Hothatch-Fraktion ebenfalls in Frankreich fündig. Renault bietet mit dem Talisman eine veritable Alternative zum VW Passat an. In den geräumigen Fünftürer passen je nach Rückbank-Konfiguration zwischen 572 und 1.681 Liter Gepäck, die Allradlenkung „4Control“ würde man wohl eher bei Porsche verorten und das Design des Renault ist mehr als nur gefällig. Feine Zutaten gibt es beim Talisman schon zum Basispreis: Eine Klimaautomatik, ein Infotainment-System und eine Einparkhilfe sind immer an Bord, die Allradlenkung und ein adaptives Fahrwerk hingegen sind aufpreispflichtig. Für den Basis-Preis von rund 29.000 Euro bekommt man bei Renault nicht nur einen wirklich schönen Kombi, sondern auch viel Komfort, ein gutes Raumgefühl und eine lange Herstellergarantie. Etwas nervig können nur die übersensiblen Sensoren der diversen Fahrassistenten sein.

     

    Einen noch geheimeren Tipp haben wir in der Klasse der großen SUV anzubieten. Der Edge ist zwar ein amerikanischer Ford, hat aber gerade daher ein spezielles Flair zu bieten, das ihn von den deutschen Perfektionisten abhebt. Er ist seit Frühjahr 2016 mit zwei Diesel-Aggregaten, die 180 und 210 PS leisten, einem intelligenten Allradantrieb, einer adaptiven Lenkung, diversen Park- und Unfall-Assistenten sowie einer aktiven Geräuschunterdrückung auf dem deutschen Markt erhältlich. Vorher galt der Edge schon in Kanada und den USA als Erfolgsmodell. Hierzulande tut sich das große SUV naturgemäß schwerer – lediglich 4.400 Fahrzeuge wurden 2017 bisher zugelassen. Dabei punktet der voluminöse Ami besonders mit einem großzügigen Platzangebot im Innenraum (fünf Passagiere und mindestens 602 Liter Gepäck), muskulösem Design und der in den höheren Versionen reichhaltigen Ausstattung. Im Edge „Titanium“ gibt es beispielsweise Sportsitze und ein beheizbares Lenkrad. Wer einen solchen Ford sein Eigen nennen will, sollte mindestens 42.900 Euro angespart haben. Mehr kann nicht schaden, die Aufpreisliste ist lang. Dafür bekommt man aber eine willkommene Abwechslung zur Konkurrenz von Audi oder Volvo.

     

    Unser letzter Tipp ist ein echter Preis-Leistungs-König. Nicht im eigentlichen Wortsinn, aber im Grunde sollte man Sportwagen ja auch nach dem Spaßfaktor bemessen und nicht nur rein nach Pferdestärken. Wer also in Deutschland einen „Sportwagen“ kauft, greift gerne zu einem Porsche 911 oder auch zur Coupé-Version der E-Klasse, die kurioserweise vom KBA ebenfalls in dieser Kategorie geführt wird. Diese Fahrzeuge vereint neben ihrem Premium-Anspruch und dem hohen Einstiegspreis vor allem die reichhaltige Motorleistung. Ein V8-Mustang hat 310 kW/421 PS, ein Elfer mindestens 272 kW/370 PS. Die meiste Fahrfreude pro PS – und pro Euro – bietet aber vielleicht ein japanisches Gemeinschaftsprojekt, das nur 1,3 Prozent des Sportwagenmarktes besetzt und entweder auf den Namen „Toyota GT86“ oder „Subaru BRZ“ hört, je nachdem, welche Marke Ihnen sympathischer ist. Abgesehen vom Firmenlogo unterscheiden sich die beiden Fabrikate sonst nur durch kosmetische Details. Wichtiger ist die einheitliche Kombination aus einem genialen Chassis, einer tollen Aufhängung, einer direkten Lenkung und dem knackigen Handschaltgetriebe (es gibt zwar auch eine Automatik, die sollte allerdings verboten werden …). Dazu verpflanzen die Japaner einen Vierzylinder-Boxer mit auf dem Papier bescheidenen147 kW/200 PS in den „Toyobaru“ und verzichten dabei auf jegliche Art der Zwangsbeatmung. Heraus kommt ein quicklebendiges Coupé im Westentaschenformat, das auf der Landstraße mehr Spaß macht als die meisten 100.000-Euro-Luxussportwagen. Und das für nur rund 30.000 Euro.

     

    Max Friedhoff/SP-X

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