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    Hamburg

    Auf Nummer sicher: Kindersitze sind unverzichtbar

    Vater oder Mutter würden nicht wollen, dass ihr Kind bei einem Unfall zu Schaden kommt. Und dennoch nehmen viele Eltern erhebliche Verletzungsrisiken in Kauf, wenn sie ihren Nachwuchs im Auto mitnehmen.

    Kindersitze
    Babys müssen im Auto immer in geeigneten Rückhaltesystemen angeschnallt werden - ob diese sicher sind, wird in Crashtests ermittelt. (Bild: Steinberg/dpa/tmn)

    Einige setzen die Kinder gar nicht in geeignete Rückhaltesysteme, andere machen beim Einbau des Kindersitzes oder beim Anschnallen des Kindes Fehler. Kein Wunder also, dass die Kindersicherung im Auto eines der Dauerthemen der Verkehrssicherheitsarbeit ist.

    Gründe für eine nachlässige Kindersicherung gibt es viele: Hektik und Zeitdruck auf dem Weg zum Kindergarten, quengelnde Kinder, die sich nicht anschnallen lassen wollen, oder auch Unwissenheit über die korrekte Sitzbedienung. Verkehrssicherheitsexperten wie Klaus Brandenstein von der Unfallforschung der Versicherer (UDV) lassen sie jedoch nicht gelten: «Es führt kein Weg am Kindersitz vorbei», betont der UDV-Sprecher. Es gebe keine Umstände oder Situationen, die ungefährlich sind und es rechtfertigen, Kinder im Auto nicht oder unzureichend zu sichern. Das gilt auch für kurze Fahrten.

    Denn bei einem Unfall wäre die Verletzungsgefahr viel zu groß, wenn Kinder ungesichert durchs Auto geschleudert werden. Selbst ein Aufprall bei geringem Tempo würden zu schwersten oder sogar tödlichen Verletzungen führen. Auch der Erwachsenengurt ist keine Alternative zu einem auf Kindsgröße und -gewicht abgestimmten Kindersitz, erläutert Klaus Brandenstein. Denn der Gurt ist nicht auf die Anatomie eines Kindes ausgelegt: Es könnte unter ihm durchrutschen, und der Gurt könnte wegen des ungünstigen Verlaufs schwere Bauchverletzungen verursachen oder das Kind strangulieren.

    Für Verunsicherung bei Eltern könnten nun jedoch die Ergebnisse des jüngsten Kindersitz-Crashtests sorgen, hinter dem der TÜV Süd und die Zeitschrift «auto motor und sport» stehen. Chefredakteur Bernd Ostmann schreibt von einem «katastrophalen Ergebnis», das es in den 18 Jahren Kindersitz-Crashtests des Magazins so noch nie gegeben habe. Jeder zweite der zehn getesteten Sitze fiel bei der aktuellen Testreihe durch. Dreimal brachen sogar die Rückenlehnen ganz oder teilweise ab, einmal versagte die Isofix-Verbindung. Wie es dazu kommen konnte, ist noch unklar. Zwar testen das Fachmagazin und der TÜV härter als es die gesetzlichen Zulassungsprüfungen verlangen. Jedoch haben sich die Kriterien während der Jahre nicht verändert.

    Die Testergebnisse haben auch die Unfallforscher der UDV hellhörig gemacht. Sie analysierten derzeit, was bei den Sitzen schiefgelaufen sei, so Klaus Brandenstein. Es müsse geklärt werden, ob die Testversager lediglich «Ausreißer» waren, ob die Hersteller ihre Sicherheitskriterien nach unten geschraubt haben oder ob die gesetzliche Prüfnorm zu schwach ist - denn alle getesteten Sitze hätten bei der Zulassung die Vorgaben der ECE-Norm erfüllt.

    Trotz der nachgewiesenen Mängel warnen die Crashtest-Experten vom TÜV Süd nun vor Panik: Auch ein Kindersitz, der die Testanforderungen nicht rundum erfülle, sei besser als gar keiner. «Es ist auf jeden Fall besser, ein Kind im Rückhaltesystem mitzunehmen als ungesichert oder mit dem Erwachsenengurt gesichert», sagt TÜV Süd-Fachmann Lothar Welch. Ähnlich sieht es Klaus Brandenstein von der UDV: «Es ist keine Alternative, auf den Sitz zu verzichten.» Auch wer einen Kindersitz hat, der im Test schlecht abgeschnitten hat, sollte diesen nun nicht gleich wegschmeißen. «Man muss die Risikosituation richtig bewerten.»

    Er empfiehlt jedoch Eltern, die vor dem Kauf eines Kindersitzes stehen, sich an den guten Testkandidaten zu orientieren. Auch ein Blick auf die Ergebnisse anderer Crashtests - etwa der Automobilclubs - kann bei der Auswahl nicht schaden. Weitere Kriterien sind die Gewichtsklasse und die Befestigung. Die UDV empfiehlt hier Isofix, weil es die Befestigung erleichtert und Bedienfehler vermeiden hilft. Außerdem schafft es eine sichere direkte Verbindung mit der Karosserie. Allerdings muss die Sitzbefestigung zum Auto passen.

    Am besten nimmt man außerdem das Kind zum Händler mit und lässt es probesitzen. So kann gleich geprüft werden, ob der Sitz bequem ist und der Gurt optimal über Becken, Oberkörper und Schulter verläuft. Lothar Welch vom TÜV Süd rät, auch den Einbau im Auto auszutesten und sich die richtigen Handgriffe vom Händler zeigen zu lassen, um später Bedienfehler zu vermeiden.

    Wichtig ist darüber hinaus, einen Blick in die Bedienungsanleitung des Autos zu werfen. Denn nicht auf jedem Platz im Wagen darf ohne weiteres ein Kindersitz oder eine Babyschale montiert werden, warnt der ADAC. Wird eine rückwärtsgerichtete Babyschale auf dem Beifahrersitz platziert, ohne dass der Beifahrer-Airbag deaktiviert ist, drohen beim Zünden des Airbags tödliche Verletzungen - selbst wenn das Kind in einem noch so guten Rückhaltesystem liegt.

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