Archivierter Artikel vom 06.05.2020, 12:55 Uhr

Neuer Modetrend durch Corona

Berliner Designer haben den Mundschutz für sich entdeckt

Beim Einkaufen oder in öffentlichen Verkehrsmitteln ist das Tragen eines Mundschutzes bundesweit Pflicht. Berliner Designer machen das Stück Stoff nun zum Mode-Accessoire und verbinden den neuen Trend mit einem guten Zweck.

Zum Label MaisonnoéeLesezeit: 2 Minuten
Mundschutz-Maske von Hadas Foguel
Die Designerin Hadas Foguel zeigt eine Mundschutz-Maske ihres Labels «Foguelina».
Foto: Britta Pedersen/dpa-Zentralbild/dpa

Berlin (dpa). Man bekommt sie in Onlineshops, Apotheken und
Nähstuben. Aber auch Designer haben mittlerweile Masken für Mund und
Nase entworfen. Anfangs sei es gar nicht so leicht gewesen, an Stoffe
und Materialien zu kommen, sagte Kilian Kerner (41).

Designer Kilian Kerner
Der Designer Kilian Kerner trägt eine Mund- und Nasenmaske seines Labels KXXK, die er derzeit im Online-Shop anbietet. Jeweils fünf Euro jedes verkauften Mundschutzes spendet er der Berliner Tafel e.V
Foto: dpa

Der Berliner Modeschöpfer will damit einen guten Zweck unterstützen.
Fünf Euro pro Maske gehen an die Berliner Tafel, die wegen der
Corona-Pandemie mehrere Ausgabestellen schließen musste und
stattdessen einen Lieferservice organisiert hat. Auch das Label
Maisonnoée
und andere haben eigene Masken entworfen.

Designerin Sophie Oemus
Die Designerin Sophie Oemus bietet die Masken ihres Labels Maisonnoee derzeit im Online-Shop an. Außerdem wird ein Charity-Sweatshirt verkauft, von dem 60 Prozent des Erlöses gespendet werden.
Foto: J – dpa

Kerner hofft, dass es im Spätsommer noch eine Modewoche geben wird,
wenn vielleicht auch in anderer Form. „Das ist ein Teil unserer
Arbeit“, sagte er. Die Berliner Fashion Week sei zweimal im Jahr eine
„große Marketingmaschine“. Eigentlich sollte sie Ende Juni beginnen,
bisher haben die Veranstalter noch keine Angaben gemacht, ob und in
welcher Form diesen Sommer etwas geplant ist.

Designerin Hadas Foguel
Die Designerin Hadas Foguel entwirft Mundschutz-Masken für ihr Label «Foguelina».
Foto: Britta Pedersen/dpa-Zentralbild/dpa

Für ihn habe das Jahr sehr gut angefangen, wegen der Pandemie sei
vieles aber abgesagt worden, sagte Kerner. „Ich habe versucht, nicht
in Panik zu verfallen.“ Das sei ihm die meiste Zeit auch geglückt.
„Ich versuche einfach, positiv zu bleiben.“

Mundschutz-Masken von Hadas Foguel
Die Designerin Hadas Foguel zeigt Mundschutz-Masken ihres Labels «Foguelina».
Foto: Britta Pedersen/dpa-Zentralbild/dpa

Er wünsche sich, dass nicht zu viele Unternehmen Insolvenz anmelden
müssten und die Branche näher zusammenrücke. „Der Mensch braucht
Kleidung“, sagte Kerner. Er hatte sich schon vor Beginn der
Einschränkungen daheim eingeschlossen, um an seiner neuen Kollektion
zu arbeiten. „Es geht jetzt mittlerweile wirklich an die Substanz.“

Internetseite von Kilian Kerner

Kerner zur Hilfsaktion für die Tafel

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