Archivierter Artikel vom 11.05.2021, 14:25 Uhr

Ohne Plastik gen Osten

Was bei Nistkästen für Vogelküken zählt

Sie muss Regen und Sturm trotzen und darf bei extremer Hitze kein heißer Brutkasten werden: Für gefiederte Gefährten ist es nicht leicht, die Traumimmobilie zu finden. Wie Vogelfreunde helfen können.

Was bei Nistkästen für Vogelküken zählt
Der Vogelnistkasten für Kohlmeisen sollte einen Schlupfloch-Durchmesser von 32 mm haben.
Foto: Christin Klose/dpa-tmn

Hamburg (dpa/tmn). Wer keine Fassadenbegrünung aus Efeu, Hopfen oder Schlingknöterich für Vogelnester zu bieten hat und auch nicht über eine ideale Hecke aus Schlehe oder Weißdorn verfügt, kann Singvögeln trotzdem beim Brüten unterstützen. Denn Vögel wissen durchaus auch Nistkästen zu schätzen. Darauf weist die Deutsche Wildtier Stiftung hin.

Dabei sei den trällernden Mietern das äußere Häuschen-Design schnuppe. Wichtiger sei die Bausubstanz, Lage der Immobilie oder die Größe des Einfluglochs. Die Wildtierexperten haben dazu folgende Tipps:

- Mit einem Schlupfloch-Durchmesser von 32 mm sind Feldsperlinge, Kohl- und Sumpfmeisen zufrieden, Blau- und Tannenmeisen mögen es mit 28 mm etwas kleiner. Stare dagegen mögen es groß: Sie flattern erst in ein Loch von circa 45 mm.

- Spatz, Garten- und Hausrotschwanz bevorzugen im neuen Eigenheim „Oberlicht“: Ihre Vogel-Immobilie sollte hell „geschnitten“ sein. Für sie ist ein Kasten mit hochovalem Einflugloch (ca. 30 x 50 mm) ideal.

- Spatzen nisten zwar in Kolonien, aber ein Abstand von einem Meter zwischen den Vogelhäuschen sorgt für genügend „Privatsphäre“.

- Auch auf die Himmelsrichtung kommt es an. So ist ein Plätzchen mit Ausrichtung gen Osten optimal – denn Richtung Süden wird es schnell zu heiß, Norden und Westen bringen oft Sturm und Regen.

- Hausrotschwanz, Bachstelze, Zaunkönige und Rotkehlchen bevorzugen als Halbhöhlenbrüter halboffene Wohnmodelle. Deshalb sollten Nistkästen für sie immer an geschützten Orten, zum Beispiel direkt unterm Dach einer Schuppenwand angebracht werden.

- Als guter „Vermieter“ sollte man bei den Nisthilfen auch auf das Material achten, also naturbelassene Materialien ohne Chemie. So isolieren Nistkästen aus Holz, Holzbeton oder Terrakotta gut vor Hitze und Kälte.

- Kunststoffkästen sind keine gute Wahl. Ihnen fehlt bei Extremwetterereignissen Atmungsaktivität und Isolierung. Dadurch kühlen sie entweder zu stark ab oder heizen sich schnell auf – und an den glatten Wänden ist es für Jungvögel schwierig, sich mit den Krallen festzuhalten und hinauszuklettern.

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