Erziehungs-Tipp

Wie erklärt man dem Kind, dass Opa oder Oma dement werden?

Erste Zeichen von Demenz bei Oma oder Opa können Enkel sehr verunsichern. Eltern sollten dann schnell mit ihren Kindern reden. Ein Erziehungsexperte erklärt, wie das geht.

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Umgang mit Demenz
Wenn Oma oder Opa immer mehr vergessen, sollte der Enkel wissen, was Demenz bedeutet. Es sollte aber auch klar sein: Späße und Kuscheln sind weiterhin erlaubt.
Foto: Jens Kalaene/zb/dpa

Fürth (dpa/tmn). Wenn der Opa zur Begrüßung nur grummelt, statt seinen Enkel durch die Luft zu wirbeln. Oder wenn bei Oma das Handy im Küchenschrank brummt: Kinder merken dann schnell, dass etwas nicht stimmt. Doch wie erklärt man ihnen, dass Oma oder Opa nicht nur etwas schusselig sind – sondern dement?

Als Erstes gelte es, das Kind zu beruhigen, sagt Erziehungsberater Ulric Ritzer-Sachs. „Die Oma ist krank geworden. Das hat nichts mit dir zu tun“, würde der Pädagoge von der Onlineberatung der Bundeskonferenz für Erziehungsberatung (bke) beginnen.

Momentan habe die Großmutter noch gute, aber eben auch manchmal weniger gute Tage. „Da kann es sein, dass sie an einer Stelle lacht, wo man es nicht versteht. Wir können alle noch nicht sagen, ob das so bleibt“, schlägt Ritzer-Sachs eine mögliche Erklärung vor. Ist die Krankheit schon fortgeschrittener, könne man Kinder auch darauf vorbereiten, dass Oma oder Opa immer mehr vergessen werden: „Dann werden wir uns Hilfe holen müssen.“

Nichtsdestotrotz solle das Kind genauso zur Oma oder zum Opa sein wie immer. Eltern sollten ihr Kind bestärken, ruhig weiter Späße mit Oma oder Opa zu machen, sie oder ihn in den Arm nehmen oder mit ihnen zu kuscheln. Kommen dann vielleicht mal unerwartete Bemerkungen wie „Du nervst mich“, dürfe das Kind aber auch das Spiel oder den Kontakt unterbrechen.

Elternberatung der bke