Archivierter Artikel vom 12.12.2019, 11:25 Uhr

Rituale und keine Hektik

Weihnachten mit Alzheimer-Angehörigen

Wer einen Angehörigen mit Alzheimer hat, steht Weihnachten vor besonderen Herausforderungen. Wie kann man Rücksicht auf die Erkrankung nehmen und gleichzeitig ein schönes Familienfest gestalten?

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Die Hand eines älteren Menschen mit einer Christbaumkugel
Die Gefühle bleiben trotz des Vergessens: Gewohnte Rituale und sinnliche Eindrücke tun Menschen mit Alzheimer daher an Weihnachten gut.
Foto: Fredrik von Erichsen/dpa/dpa-tmn

Düsseldorf (dpa/tmn) – Die Gefühle bei Alzheimer-Patienten bleiben erhalten, auch wenn immer mehr aktuelle Bezüge und Erfahrungen verloren gehen. Darauf weist die Alzheimer Forschung Initiative e.V. (AFI) hin.

Auch alte Erinnerungen sind oft noch lebendig. Gewohnte Rituale und sinnliche Eindrücke können diesen Menschen an Weihnachten daher guttun.

Die Initiative empfiehlt zum Beispiel, gemeinsam Weihnachtslieder zu singen oder den Gottesdienst zu besuchen. Das schenke neben altbekannten Düften von Festessen oder Weihnachtskeksen ein Gefühl von Sicherheit und Geborgenheit. Wenn möglich, kann der Patient auch beim Tischdecken oder Baumschmücken helfen.

Feiern im kleinen Kreis

Zu viel Hektik und unbekannte Gesichter überfordern dagegen. Denn Alzheimer-Erkrankte können akustische und visuelle Reize nicht mehr ausreichend filtern. Am besten wird also im kleinen, vertrauten Kreis und ohne überladenes Programm gefeiert.

Passende Geschenke für Angehörige mit Alzheimer sind Dinge, die ihre Sinne, Gefühle oder alte Erinnerungen ansprechen. Das ist zum Beispiel das frühere Lieblingsparfüm, eine CD mit alten Schlagern oder Volksliedern sowie ein Fotoalbum oder ein Bildband über die alte Heimat. Geeignet sind auch eine kuschlige Decke, ein Massageball oder ein einfaches Steckspiel.