Archivierter Artikel vom 07.02.2020, 11:30 Uhr

Pubertät

Sexualtherapeutin besorgt über Suchtgefahr von Pornos

Besonders Kinder und Jugendliche schauen mehr Pornos als in früheren Zeiten. Das sei für ihre gesunde Entwicklung bedenklich, warnt eine Therapeutin. Denn Süchte entstehen häufig in der Pubertät.

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Porno-DVDs
Der Konsum kann gerade bei Kindern und Jugendlichen zur Sucht führen.
Foto: picture alliance / dpa

München (dpa). Angesichts eines steigenden Pornokonsums warnt die Münchner Sexual- und Paartherapeutin Heike Melzer vor falschen Vorstellungen.

„Die Pornoindustrie verbreitet das Märchen, dass Menschen Liebe und Trost hier suchen. Das erinnert mich an den „Marlboro-Mann“, der mit seiner Zigarette im Mund die Freiheit der Prärie sucht“, sagte sie. „Leider ist die Realität anders: Sie endet in der Enge der Sucht, sexueller Funktionsstörungen und starker Verunsicherung in Bezug auf Sexualität und Beziehung.“

Laut dem Internetportal Pornhub ist Deutschland im vergangenen Jahr auf Rang sechs beim Datenverkehr geklettert. Ein Nutzer aus Deutschland blieb demnach im Schnitt pro Besuch zehn Minuten und neun Sekunden auf der Seite – zwölf Sekunden mehr als im Vorjahr.

Melzer sorgt sich vor allem um junge Leute: Sie sehen in der Pornoindustrie schon vor oder spätestens während der Pubertät „alles, was es auf diesem Planeten gibt oder in den Vorstellungen von findigen Produzenten existiert“. Die Anzahl von Kindern und Jugendlichen, die täglich Pornos schauen, sei beachtlich. Weil Süchte gerade in der Pubertät entstünden, sei das ein Grund zur Sorge.

Pornhub-Report

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