Da sein, anpacken, zuhören

Senioren in der Corona-Zeit helfen

Schon kleine Gesten können älteren Familienmitgliedern und Nachbarn das Leben erleichtern. Und häufig braucht man dafür nicht viel mehr als ein offenes Ohr.

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Einkaufen
Wer für besonders gefährdete Menschen die Einkäufe erledigt, schützt sie vor einem unnötigen Ansteckungsrisiko im Supermarkt.
Foto: Silvia Marks/dpa-tmn

Bonn (dpa/tmn). Ältere gelten als besonders gefährdet durch das Coronavirus. Wer Familienmitgliedern, Nachbarn oder Menschen mit Vorerkrankungen helfen will, kann das recht einfach tun.

Viel telefonieren
Wenn man sich schon nicht sehen kann, dann soll wenigstens die Telefonleitung glühen.
Foto: Karolin Krämer/dpa-tmn

Zum Beispiel mit Einkaufshilfe, sagt Barbara Stupp von der Bundesarbeitsgemeinschaft der Senioren-Organisationen (Bagso). Dann müssen gefährdete Personen sich nicht unnötig in Supermarkt oder öffentlichen Verkehrsmitteln einem Ansteckungsrisiko aussetzen. „Sprechen Sie jemanden an und fragen, ob es etwas gibt, was erledigt werden kann“, sagt Stupp. Und es muss nicht nur die Einkaufshilfe sein. Stupps Rat: „Offen fragen, dann erfährt man am ehesten, wo Unterstützung gebraucht wird.“

Senioren helfen
Angehörige sollten die Großeltern in der Coronakrise nicht sozial isolieren – sie müssen aber verstärkt auf Abstand und Hygiene achten.
Foto: Karolin Krämer/dpa-tmn

Die Deutsche Gesellschaft für Geriatrie (DGG) rät dazu, Senioren nicht sozial zu isolieren. Besuche bei Oma und Opa seien weiter möglich. Man sollte aber Abstands- und Hygieneregeln einhalten, gründlich die Hände waschen und auf das Küsschen für Oma verzichten. In den kommenden Monaten dürften die Großeltern aber nicht Ersatz für Kita oder Schule sein.

Zum Schutz von Senioren raten einige Experten, dass Enkel auf Besuche der Großeltern verzichten sollten. Das muss aber nicht bedeuten, dass sie diesen nicht mehr zur Hand gehen können. Die DGG rät etwa, die Enkel für Einkäufe einzuspannen und so die Großeltern zu entlasten.

Was auch wichtig ist: da sein. „Nehmen Sie sich die Zeit für viele Telefonate“, sagt Barbara Stupp. Besonders dann, wenn man mitbekommt, dass Bekannte und Verwandte weniger rauskommen und weniger Kontakte haben – etwa wenn im Pflegeheim ein Besuchsverbot verhängt wurde. Damit man sich auch sehen kann, können Angehörige etwa auf Videotelefonie ausweichen. Messenger-Apps wie Whatsapp, Facetime oder Signal bieten diese Möglichkeit kostenlos.

Hygieneregeln des Robert-Koch-Instituts