Raumteiler oder Vorhang

Rückzugsmöglichkeiten verhindern Streit im Kinderzimmer

Türen knallen und der Klötzchenturm wird mutwillig eingetreten: Ein Zimmer für zwei Kinder bedeutet nicht immer Harmonie. Ein paar Regeln und feste Zeiten können Streithähne aber besänftigen.

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Gemeinsames Kinderzimmer
Ein gemeinsames Kinderzimmer hat Vor- und Nachteile. Um Streit zu vermeiden, sollten Rückzugsmöglichkeiten geschaffen werden.
Foto: Jens Kalaene/dpa-Zentralbild/dpa-tmn

Fürth (dpa/tmn). Ein gemeinsames Kinderzimmer ist in der Theorie eine tolle Sache. Beide Kids können zusammen spielen, die Spielsachen sind an einem zentralen Ort verräumt.

Doch was, wenn einer den anderen immer aussperrt? Es nicht genug Rückzugsraum für beide gibt? Schilder mit uncharmanten Botschaften an die Tür gehängt werden?

„Da bleibt Eltern oft nur, kreativ zu werden und individuell zugeschnittene Lösungen zu finden“, sagt Dana Mundt, Sozialpädagogin bei der Online-Beratung der Bundeskonferenz für Erziehungsberatung (bke).

Regeln sind wichtig

Ist das Kinderzimmer recht klein, helfen Raumteiler oder eigene Bereiche wie eine eingezogene Hochebene oder ein Vorhang, den man zuziehen kann. Das kann Konflikte entschärfen. Geht ein Kind schon zur Schule, können feste Zeiten definiert werden, in denen es die Aufgaben ungestört erledigen und das andere Kind woanders spielen kann.

Absprachen und Regeln sind für die Kinder ebenfalls wichtig. Je kleiner sie sind, desto mehr brauchen sie dafür die Anleitung der Eltern. Festgelegt werden sollte zum Beispiel, dass keiner ohne den anderen zu fragen an dessen oder deren Sachen geht. Eigene Räume müssen respektiert werden, auch wenn keine Tür dazwischen ist.

Gemeinsames Zimmer hilft beim Teilen lernen

Allen Streitereien zum Trotz: Ein gemeinsames Kinderzimmer hat auch viele positive Aspekte. Kinder lernen dadurch zu teilen und Rücksicht aufeinander zu nehmen. Manche schlafen auch besser ein oder durch, wenn sie ihr Geschwisterkind in der Nähe wissen. Außerdem kann es Spaß machen, sich mal gegen die Eltern zu verbünden und den Erwachsenen die Tür vor der Nase zuzumachen.

Dem Alter entsprechend können Eltern ihre Kinder verstärkt in die Gestaltung ihres Zimmers einbeziehen: Wie soll ihr Reich aussehen? Welche Einrichtungswünsche gibt es? Außerdem fällt es Kindern ab dem Schulalter deutlich leichter, sich fair untereinander abzusprechen.

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