Archivierter Artikel vom 07.11.2011, 14:25 Uhr
Neuwied

Was Obstwasser und Obstgeist unterscheidet

Obstwasser ist nicht gleich Obstgeist – beide sind aber sogenannte Obstbrände. Die Alkoholika unterscheiden sich nicht nur im Geschmack, schon ihre Herstellung läuft verschieden ab.

Obstbrände
Darauf ein Toast – Obstbrände müssen mindestens ein Jahr ruhen, bevor sie getrunken werden. (Bild: Bernd Weißbrod/dpa)
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Während Obstwasser aus Kern- und Steinobst wie Pflaumen oder Kirschen gewonnen wird, sind aromatische, zuckerarme Beeren wie Himbeere, Heidelbeere oder Johannisbeere Grundlage von Obstgeist. Beide Alkoholika werden unter dem Oberbegriff Obstbrand zusammengefasst. Darauf weist die Fachzeitschrift «Lebensmittel Praxis» hin.

Auch das Herstellungsverfahren unterscheidet sich. Beim Obstwasser wird das Obst zermahlen, und bildet mit dem Saft («Most») die sogenannte Maische. Diese gärt, und der Fruchtzucker wird wie beim Wein in Alkohol umgewandelt. Danach wird die Maische destilliert («gebrannt»). Der aus Äpfeln und Birnen erzeugte Obstler ist eine Unterkategorie der Obstwässer.

Für den Obstgeist dagegen werden die empfindlichen Beerenfrüchte, zu denen auch Schlehen zählen, oder Quitten unvergoren in neutralen Alkohol eingelegt («mazeriert»), erläutert die Zeitschrift. Das Obst gibt sein feines Aroma an den Alkohol ab, beides zusammen bezeichnet man als Mazerat, das anschließend destilliert wird. Nach dem Brennen müssen Obstbrände mindestens ein Jahr ruhen, um sich zu erholen und ihr Aroma voll zu entfalten.