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Lohndumping durch Leiharbeit: Kaum Chance auf Gegenwehr

Duisburg/Essen (dpa/tmn) – Lohndumping durch Leiharbeit: Diesen Vorwurf erheben Arbeitnehmervertreter derzeit gegen Unternehmen wie Schlecker. Betroffene können sich laut Experten allerdings kaum dagegen wehren.

Wenn etwa Beschäftigte entlassen und dann für die gleiche Arbeit von einer betriebsinternen Leiharbeitsfirma übernommen werden sollen, ist das nach geltender Rechtslage nicht illegal. Darauf weist die Universität Duisburg-Essen hin, die das Problem untersucht hat.

«Nicht selten kehren dieselben Beschäftigten auf diesem Wege auf ihren früheren Arbeitsplatz zurück – nur für weniger Geld und zu schlechteren Arbeitsbedingungen», erläutert Claudia Weinkopf von der Universität. Die Drogeriekette Schlecker war in den vergangenen Tagen in die Kritik geraten, weil sie Beschäftigte entlassen und dann als Zeitarbeiter zu niedrigeren Löhnen wieder eingestellt haben soll.

Ein solches Vorgehen ist nach Angaben der Forscher keineswegs selten: «Viele Unternehmen haben ein eigenes Zeitarbeitsunternehmen gegründet, um geltende tarifliche Standards zu unterlaufen», sagt Weinkopf. So habe zum Beispiel eine Befragung von Betriebsräten durch die Hans-Böckler-Stiftung ergeben, dass gut 7 Prozent aller untersuchten Unternehmen eine solche interne Leiharbeitsfirma haben. Bei Banken und Versicherungen seien es sogar mehr als 9 Prozent.

Es hilft Betroffenen dabei wenig, sich auf den Grundsatz «gleicher Lohn für gleiche Arbeit» zu berufen. Denn das Gesetz sehe eine Ausnahme vor, die inzwischen zur Regel geworden ist, erläutert Weinkopf: Abweichungen beim Lohn seien zulässig, wenn für Leiharbeiter eigene Tarifverträge gelten. Und das sei fast immer so.

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