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    Köln

    Lernspiele von Kindern aussuchen lassen

    Eltern lassen Kinder Lernspiele besser selbst aussuchen. Sonst passiere es schnell, dass die Spiele ungenutzt in der Ecke verstauben. Das sagte Prof. Gernold Frank von der Hochschule für Technik und Wirtschaft Berlin auf der Bildungsmesse Didacta in Köln.

    Eltern dürften nicht nur danach gehen, ob ein Spiel als «pädagogisch wertvoll» ausgezeichnet ist. «Das ist zwar auch wichtig - danach würde ich aber nie ein Spiel aussuchen.» Denn entscheidend sei, ob das Spiel dem Kind gefällt und ihm Spaß macht. «Spaß ist der treibende Faktor - auch bei Lernspielen», sagte Frank auf der Messe (16. bis 20. März).

    Um ein passendes Lernspiel zu finden, sollten Eltern ihre Kinder beim Kauf mitnehmen. Dort geht am besten das Kind voran, wenn die Familie vor dem Regal mit Lernspielen steht. «Lassen Sie Ihr Kind doch einfach mal gucken und fragen Sie: Was gefällt Dir denn?», sagte Frank. Denn es gehe nicht nur darum, was ein Lernspiel fachlich zu bieten hat - etwa, wie viele Vokabeln in einem Sprachspiel verarbeitet sind. Wichtiger seien die Fragen: Kann das Kind mit den Spielfiguren etwas anfangen? Und findet es die Aufgaben spannend? «Wenn es dann vor dem Spiel stehenbleibt, das nicht die beste Note im Test bekommen hat: Nehmen Sie das!»

    Solche Spiele funktionierten am ehesten nach dem Prinzip des «stealth learning», was Prof. Frank mit «Verstecktes Lernen» übersetzt. «Am besten ist es, wenn man nicht merkt, dass man bei dem Spiel etwas lernt.» Auch in einfachen Bauklotz-Spielen lasse sich dabei eine ganze Menge Lernstoff «verstecken». So kann im Spiel zum Beispiel nebenbei vermittelt werden, wie eine Straße aufgebaut ist und wie die Maschinen auf Englisch heißen. «Das nehmen die Kinder dann einfach mit.»

    Wird dieses Verhältnis umgedreht, bleibt der Spaß schnell auf der Strecke. Ein solches Lernspiel funktioniert nicht gut, wenn Eltern verkünden: «Kinder, heute lernen wir, wie eine Straße aufgebaut ist.» Es sei manchmal kontraproduktiv, Kinder Lernspiele unter Anleitung spielen zu lassen, sagte Frank, der zu «Serious Games» forscht. «Es darf am Ende nicht heißen: Du musst jetzt lernen - und dabei auch noch Spaß haben!»

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