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    Lehrstellensuche: Auch verwandte Berufe erwägen

    Bonn/Berlin (dpa/tmn) – Dieses Jahr werden die Unternehmen weniger Lehrstellen anbieten – Jugendliche sollten sich daher nicht auf einen Traumberuf festlegen, sondern auch verwandte Jobs in Betracht ziehen.

    «Da heißt es, über den Tellerrand hinauszuschauen», rät Andreas Pieper vom Bundesinstitut für Berufsbildung (BIBB) in Bonn. Viele Jugendliche drängen dem BIBB zufolge in die gleichen Berufe: Im vergangenen Ausbildungsjahr haben sich drei Viertel aller neuen Lehrlinge auf nur 44 der 349 dualen Berufe verteilt.

    Besonders stark ist das Problem bei jungen Frauen ausgeprägt: Bei ihnen entfiel ein Viertel der neuen Ausbildungsverträge auf nur vier Berufe. An erster Stelle steht dabei die Kauffrau im Einzelhandel. «Dabei gibt es gerade im kaufmännischen Bereich ganz viele Differenzierungen», sagte Pieper. So biete es sich als Alternative an, etwa eine Ausbildung zur Kauffrau im Großhandel statt im Einzelhandel anzufangen. Bei den Männern war der Industriemechaniker einer der Berufe mit den meisten neuen Lehrlingen im vergangenen Ausbildungsjahr. Auch hier gebe es etliche verwandte Berufe, erläuterte Pieper. Die Palette reiche vom Anlagen- über den Konstruktions- bis hin zum Zerspanungsmechaniker.

    Die Aussichten für angehende Azubis hätten sich infolge der Wirtschaftskrise «nicht wesentlich verschlechtert», sagt Pieper. «Das Angebot sinkt zwar, aber die Nachfrage auch.» So rechnet das BIBB zwar damit, dass es in diesem Herbst rund 20 000 Ausbildungsplätze weniger als 2009 geben wird. Zugleich dürfte aber auch die Zahl der Schulabgänger weiter zurückgehen: Laut einer Prognose der Kultusministerkonferenz werden 2010 rund 25 000 Jugendliche weniger die Schulen verlassen als im vergangenen Jahr. Darauf haben die Partner des Ausbildungspaktes bei einem Treffen am Mittwoch in Berlin hingewiesen.

    Die Ausgangslage sei regional aber sehr unterschiedlich, sagte Pieper. So sei es im Westen Deutschlands tendenziell schwieriger als im Osten, eine Lehrstelle zu finden. «Dort gibt es häufig mehr Stellen als Bewerber.» Für Bewerber aus dem Westen bedeute das, bei der Lehrstellensuche regional flexibel zu sein und auch einen Umzug für die Ausbildung zu erwägen. «Das ist zwar nicht immer einfach. Wenn ein Auszubildender 500 bis 600 Euro im Monat hat, ist das natürlich schwierig, davon zu leben.» Es gebe aber Beihilfen für Azubis, die nicht bei den Eltern wohnen können, weil der Ausbildungsbetrieb vom Elternhaus zu weit entfernt ist.

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