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    Stuttgart

    Lehrlinge im Osten «händeringend» gesucht

    Jugendliche auf der Suche nach einer Lehrstelle sollten sich überregional bewerben. Für Bewerber aus dem Westen kann es sich lohnen, einen Umzug nach Ostdeutschland zu erwägen.

    Im Osten Deutschlands leben immer weniger junge Leute. «Da sind passende Bewerber derzeit händeringend gesucht», sagte Andreas Pieper vom Bundesinstitut für Berufsbildung (BIBB) auf der Bildungsmesse Didacta (22. bis 26. Februar) in Stuttgart.

    Die demografische Entwicklung sorge für «dramatische» Einbrüche: «Es gibt im Osten nur noch halb so viele Schulabgänger wie vor zehn Jahren, da müssen die Betriebe richtig akquirieren», sagte Pieper. Gerade in Branchen wie der Hotellerie gebe es einen regelrechten Wettbewerb um die jungen Köpfe: «In Mecklenburg-Vorpommern zum Beispiel leiden sie sehr unter der Entwicklung. Viele Stellen bleiben unbesetzt.» Das gelte auch für Berufe wie Fleischer und Bäcker sowie Dienstleistungsberufe wie den Gebäudereiniger.

    Der Rückgang der Bewerberzahlen bedeute aber nicht, dass alle Jugendlichen ihre Wunschstelle bekommen, schränkte Pieper ein. «Auch wenn das Verhältnis von Angebot und Nachfrage rechnerisch aufgeht: Das 'Matching' stimmt trotzdem nicht immer.» So dürfte nicht jeder Bewerber in seiner Region etwas Passendes für sich finden. Vor allem in Westdeutschland gebe es immer noch viele Bewerber, die nicht das finden, was sie suchen, sagte Pieper. So sei im vergangenen Ausbildungsjahr etwa jeder siebte Bewerber im Westen leer ausgegangen oder habe nur eine Übergangsstation wie eine Einstiegsqualifizierung bekommen. Im Osten sei das nur bei jedem zehnten Bewerber so gewesen.

    Ein Umzug für die Lehre müsse dabei nicht daran scheitern, dass sich Jugendliche ihn nicht leisten können, sagte der Experte: «Es gibt Hilfen von der Arbeitsagentur für diejenigen, die pendeln oder von den Eltern ausziehen müssen, weil die Lehrstelle zu weit weg ist.» Danach sollten Bewerber sich frühzeitig erkundigen.

    Generell lässt der Aufschwung nach der Wirtschaftskrise eine verbesserte Ausgangslage für Lehrstellenbewerber erwarten. «Wenn der Aufschwung sich fortsetzt, ist die Hoffnung groß, dass sich das auch auf den Ausbildungsmarkt niederschlägt», sagte Pieper. Diese Hoffnung beziehe sich etwa auf Branchen wie den Maschinenbau. «Die Autobauer haben in der Krise ja sehr gelitten, da sieht es jetzt wieder besser aus.» Noch sei es aber zu früh für eine Prognose darüber, wie viele Lehrstellen in diesem Jahr voraussichtlich angeboten werden.

    Webseite zur Didacta

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