40.000
Aus unserem Archiv
München

Kündigung droht: Nicht die Opferrolle einnehmen

dpa/tmn

Beschäftigte nehmen besser keine Opferrolle ein, wenn ihnen die Kündigung droht. Denn diese passive Haltung verstärkt das Gefühl der Hilflosigkeit. Und daraus könne eine ernsthafte Depression entstehen.

Davor warnt die Psychologin Madeleine Leitner aus München. Um dem entgegenzuwirken, müssten Betroffene aktiv werden. «Wichtig ist es, die Kontrolle wieder zu gewinnen, in dem man etwas tut», sagte die Karriereberaterin in einem Gespräch mit dem dpa-Themendienst. Das könne bedeuten, Bewerbungen zu schreiben, Weiterbildungen ins Auge zu fassen oder mit seinem Partner über Auswege aus der Situation zu sprechen.

Auch wenn es schwerfällt, heißt es also: Kopf hoch und nach vorne blicken. Das Motto «Immer positiv denken» sei allerdings zu einfach formuliert. Vielmehr gehe es darum, Ängste zu versachlichen, erklärt Leitner. Bei einer drohenden Kündigung heißt das: Beschäftigte sollten sich einmal konkret vor Augen halten, was der Verlust des Jobs im Alltag für sie bedeutet. Schön ist diese Aussicht sicher nicht. Aber womöglich merken Betroffene dann, dass es gar nicht so schlimm kommen kann, wie sie im ersten Moment gedacht haben. «Arbeitslos werden heißt ja nicht, dass man ab morgen unter einer Brücke schlafen muss», erläutert Leitner.

Diese Einsicht helfe, aufkommende Panik zu vermeiden und vermeintlichen Horrorvisionen den Schrecken zu nehmen. Solche Horrorszenarien dürfte nicht nur mancher vor Augen haben, der schon weiß, dass seine Stelle wegfällt. Angesichts der Wirtschaftskrise geht in vielen Betrieben derzeit die Angst vor Kündigungen um, ohne dass der Einzelne weiß, ob es ihn treffen wird. In solchen Fällen sei es ratsam, sich frühzeitig einen «Notfallplan» zurechtzulegen, empfiehlt Leitner. Denn wer sich auf das Schlimmste gefasst macht, für den sei eine Kündigung hinterher nur halb so schlimm.

Wer dem Chef in so einer Situation dagegen unbedingt beweisen will, dass er unersetzlich ist, tut sich damit womöglich keinen Gefallen. Denn wenn Beschäftigte sich dabei überfordern, geht die Sache nach hinten los. «Wer sich zu viel Druck macht, macht eher Fehler und wird dadurch sogar schlechter», erläutert Leitner. Beschäftigte dürften sich daher nicht von der Angst vor Kündigungen verrückt machen lassen, wenn es um ihr Leistungspensum geht, sondern müssten auch in diesem Punkt realistisch bleiben. Statt «Ich tue alles, um meinen Job zu behalten» sei «Ich tue mein Bestes» das richtige Motto.

/serviceline/beruf_bildung/
Meistgelesene Artikel
Anzeige
epaper-startseite
Anzeige
News aus Ihrer Region - Lokalteil wählen
wissenlinz,neuwiedremagenmontabaurandernach,mayenkoblenzdiezbademszellsimmernbirkenfeldkirn,badsobernheim,meisenheimbadkreuznach
  • Lokalticker
  • Regionalsport
  • Newsticker
Das Wetter in der Region
Dienstag

18°C - 31°C
Mittwoch

15°C - 29°C
Donnerstag

16°C - 31°C
Freitag

17°C - 30°C

Das Wetter wird Ihnen präsentiert von:

UMFRAGE
Versicherungspflicht für E-Bikes

Sie sind schnell und manche/r kommt bergab mit den schweren Rädern ins Straucheln. Sollte für alle elektrischen Fahrräder eine Versicherung vorhgeschrieben werden?

Ihre Fragen, Hinweise oder Kritik

Onliner vom Dienst
Jochen Magnus 
0261/892-330 | Mail 
Fragen zum Abo:
0261/9836-2000 | Mail
Anzeigenannahme:
0261/9836-2003 | Mail

Anzeige
Wirtschaft im nördlichen Rheinland-Pfalz
Event-Kalender
Veranstaltungstipps

Sie haben einen Veranstaltungstipp für uns? Hier geht's zum Formular!