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Köln

Konkurrenzdenken rächt sich leicht

dpa/tmn

In Krisenzeiten glauben manche Berufstätige, sie müssten die Ellbogen ausfahren, um ihren Job zu sichern. Damit tun sie sich aber keinen Gefallen. «Unterm Strich verliert man dabei immer», sagte Businesstrainer Michael Fridrich.

Übertriebenes Konkurrenzdenken mache einsam, betonte er auf der Bildungsmesse Didacta in Köln (16. bis 20. März). Und wer sich im Alleingang beweisen will, sei in der Regel weniger erfolgreich als Teamplayer – auch wenn diese nicht immer im Vordergrund stehen. Gemeinsames Wachstum sei der Schlüssel zu mehr Erfolg: Dafür müssten Mitarbeiter nicht gegen die anderen, sondern mit ihnen arbeiten.

Selbst wenn sich Beschäftigte im Konkurrenzkampf gegen andere etwa bei einer Beförderung durchsetzen, entpuppt sich das hinterher leicht als Pyrrhussieg. «Dann gibt es einen Sieger, aber viele Verlierer», sagte Fridrich. Das könne sich schnell rächen. «Wenn jemand Abteilungsleiter wird und dafür über Leichen geht, wird er von den Mitarbeitern wahrscheinlich boykottiert.»

Statt zu denken, sie müssten sich gegen andere durchsetzen, sollten Mitarbeiter sich lieber auf ihre eigenen Stärken und Erfolge konzentrieren. Denn um im Beruf voranzukommen, reiche es nicht, die Konkurrenten auszuschalten. «Sonst könnte ich ja auch sagen: Wenn ich den anderen erschieße, kriege ich die Stelle. Das ist natürlich absurd», erklärte Fridrich.

Ein bisschen Wettbewerbsdenken schade zwar nicht unbedingt. «Konkurrenz belebt ja schließlich das Geschäft», erläuterte Fridrich. Wer aber nur auf die anderen schaut, werde schnell neidisch. Dadurch komme er ins Grübeln, wenn es etwa heißt: «Der Meier ist befördert worden, und Du nicht.» Mit solchen Gedanken setzten sich Beschäftigte mitunter unnötig unter Druck. Denn die Ziele anderer ließen sich nicht einfach mit den eigenen Ziele gleichsetzen.

Beim Vergleich mit Kollegen gelte es daher immer, die eigenen Werte und Ziele nicht aus den Augen zu verlieren, sagte Fridrich. Und Kollegen sollten sich auch nicht vom Chef gegeneinander ausspielen lassen. «Der sagt dann zum einen: 'Guck mal, was der Meier geschafft hat. Und wie sieht es bei Dir aus?'» Das vergifte das Betriebsklima. Und darunter leiden wiederum auch die vermeintlichen Gewinner des Konkurrenzkampfes.

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