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Berlin

Beim Semesterstart nicht übernehmen: «Salamitaktik» hilft

dpa/tmn

Studenten dürfen sich beim Semesterstart nicht zu viel vornehmen. Anderenfalls laufen sie Gefahr, sich zu überfordern. Mancher kapituliert dann vor dem Berg an Aufgaben, warnt der Autor Martin Krengel aus Berlin, der Hochschüler zum Zeitmanagement berät.

«Der erste Fehler ist, dass Studenten ihre Stundenpläne viel zu voll packen», sagte Krengel. «So ein Powersemester ist aber nur schwer durchzuhalten.» Um den Überblick zu behalten, sollten Studenten sich einen Wochenplan mit allen Veranstaltungen erstellen. Darauf notieren sie am besten auch private Termine. «Auf diese Weise visualisiere ich meine Verpflichtungen», erläuterte Krengel. So sehen Hochschüler auf einen Blick, ob sie noch genug Freiräume haben – zum Beispiel zum Vor- und Nachbereiten des Stoffes.

«Als Faustregel wird gemeinhin pro Stunde Lehrveranstaltung eine Stunde für die Nachbereitung genannt», sagte Krengel. Der Experte für Motivations- und Lernpsychologie hält es aber für unrealistisch, dass Studenten sich dafür so viel Zeit nehmen: «Das macht sowieso keiner.»

Sinnvoller sei es, sich auf den Stoff vorzubereiten, der in der nächsten Sitzung behandelt wird. «Wenn ich mir die Inhalte vorher durchlese, kann ich schon mal Stellen markieren, die ich nicht verstehe», erklärte Krengel. Das wirke dann in der Vorlesung wie ein «Saugfilter»: «Es erhöht meine Aufmerksamkeit und fokussiert sie auf die Dinge, die besonders kompliziert sind oder sich aus den Vorlesungsfolien nicht von selbst erklären.»

Gegen gefühlte Überforderung und «Aufschieberitis» hilft eine «Salamitaktik»: «Wer einen riesigen Berg von Arbeit vor sich sieht, reagiert schnell wie ein Opossum. Er erstarrt», meinte Krengel. Viel besser ließen sich aber Aufgaben bewältigen, wenn sie in kleine, handhabbare Teile zerlegt werden: «Wie bei einer Salami schneide ich jeden Tag eine Scheibe Lernstoff ab. Das überfordert mich nicht, beruhigt aber zugleich mein Gewissen.»

Kann sich ein Student gar nicht zum Büffeln aufraffen, rät ihm Krengel zum sogenannten Zehn-Minuten-Trick: «Es klingt viel bedrohlicher für den inneren Schweinehund, wenn ich mir vornehme, eine ganze Stunde lang zu pauken», erläuterte der Experte. «Zehn Minuten hingegen sind machbar.» Sitzt man dann erst einmal vor seinen Mitschriften, würden meistens automatisch mehr daraus. Und selbst zehn Minuten pro Tag ergeben in der Woche immerhin mehr als eine Stunde – «definitiv schon mal besser als nichts.»

Lern-Tipps für Studenten im Web

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