Archivierter Artikel vom 05.02.2021, 13:40 Uhr

Von mild bis bitterkalt

Gartenpflege im Winter nach Wetterlage

Aktuell werden große Wetterunterschiede in Deutschland erwartet. Der Natur schaden Temperaturschwankungen eigentlich nicht. Dennoch sollten Hobbygärtner hier und da eingreifen und den Pflanzen helfen.

Frost im Garten
In der Regel kommen die Pflanzen im Garten mit Frost klar. Nicht wirklich winterhartes Grün braucht aber Schutz.
Foto: Patrick Pleul/dpa-Zentralbild/dpa-tmn

Berlin (dpa/tmn). Dieser Winter denkt, er sei der April: Mancherorts schneit es stark und die Temperaturen fallen ins Bitterkalte ab, woanders regnet es bei fünf Grad – und vereinzelt gibt es sogar mal T-Shirt-Wetter. Dem Garten schadet all das in der Regel nicht.

Die meisten Pflanzen sind auf Wechselwetter eingestimmt, das im Winter in Deutschland typisch ist. Trotzdem können Gartenbesitzer etwas tun. Hier Empfehlungen für vier verschiedene Wettersituationen.

Frost mit Schneedecke

Der eiskalte Schnee ist an sich etwas Gutes für die Pflanzen: Er wirkt wie eine isolierende Schicht, unter der die Pflanzen wesentlich weniger leiden als bei sogenanntem Kahlfrost. Aber eine dicke weiße Decke kann Äste brechen lassen – gerade dann, wenn es sich um nassen, pampigen und damit schweren Schnee handelt. Daher sollte man Bäume und Sträucher unter dicken Schneebrettern davon befreien.

Frost ohne Schnee

Gibt es Minusgrade ohne Schnee, kann das eine gefährliche Situation für viele Gartenpflanzen ergeben. Der Kahlfrost – Minustemperaturen ohne schützende Schneedecke für die Pflanzen – ist intensiv. Nur jene Pflanzen, die wirklich winterhart sind, überleben das. Alle anderen brauchen nun eine warme Hülle, zum Beispiel eine Reisigdecke oder ein Jutekleid. Das gilt insbesondere für Topfpflanzen. Gartenbesitzer sollten an solchen Tagen und Nächten also reagieren und die kälteempfindlicheren Pflanzen mindestens zeitweise einpacken.

Frost in der Nacht, Plusgrade am Tag

Diese Situation gibt es im Winter häufig. Während das Thermometer nachts unter null Grad rutscht, ist es am Tag lauer. Und dann bilden sich die meisten Winterschäden bei Pflanzen: Durch schnelles Frieren und erneutes Auftauen in der Sonne reißen die Zellwände. In einer solchen Wetterlage muss man die Pflanzen nicht nur nachts vor Frost, sondern tagsüber auch vor der Sonneneinstrahlung schützen. Sie kommen am besten an einen schattigen Standort oder werden mit Matten und Laken vor der Sonneneinstrahlung bewahrt.

Besonders milde Wintertage

Selbst zweistellige Plus-Temperaturen sind kein überraschendes Ereignis im Winter – und das kann für manche Pflanzen zum Problem werden. Sind sie gut unter Vlies oder isolierenden Stoffen eingepackt, schwitzen sie an besonders warmen Tagen. Noch schlimmer: Die Wärme gaukelt ihnen auch vor, es sei schon Frühjahr und die Pflanzen treiben aus, wenn die Wärmeperiode länger anhält. Bei einem erneuten Frost kann das zu Erfrierungen an den neuen Trieben führen.

Daher gilt an warmen Tagen: Frostsicher eingepackte Pflanzen rasch von der warmen Kleidung befreien, aber das Vlies bereithalten. Denn wird es wieder kalt, brauchen die Pflanzen den Schutz erst recht.

© dpa-infocom, dpa:210205-99-314572/2

Deutscher Wetterdienst zu Kahlfrost

Deutscher Wetterdienst zu Bodenfrost

Weiterführende Infos des Nabu zum milden Winterwetter