Archivierter Artikel vom 26.11.2020, 05:15 Uhr

Pflegeleichte Heilpflanze

Die heilende Kraft der Aloe vera

Aloe vera wird schon seit jeher für ihre heilsamen und pflegenden Inhaltsstoffe geschätzt. Die genügsame Sukkulente gedeiht im Topf und lässt sich regelmäßig gut ernten.

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Kurze Stacheln
Eine Aloe vera erkennt man an ihren fleischigen Blättern mit kurzen, stumpfen Stacheln.
Foto: Klaus-Dietmar Gabbert/dpa-tmn

Berlin (dpa/tmn). Sie soll Sonnenbrand lindern, die Haut pflegen und sogar die Darmtätigkeit anregen: Aloe vera gilt in vielen Kulturen seit jeher als Heilmittel. Die Liste ihrer Fans ist lang und reicht von Kleopatra bis Sebastian Kneipp.

Daheim im Topf
Genügsam: Drinnen mögen es Aloe-Pflanzen gern hell. Gießen muss man sie nicht oft, es reicht in der Regel alle zwei Wochen.
Foto: Christin Klose/dpa-tmn

Die Wirksamkeit von Aloe vera wurde schon auf sumerischen Tafeln beschrieben, weiß Stephanie Gasper. Die Sammlungsbereichsleiterin für den Bereich Kakteen- und andere Sukkulente im Botanischen Garten und Botanischen Museum Berlin erzählt: „Alexander dem Großem riet man, die Insel Sokotra zu erobern, um sich die Aloe für die Wundheilung zu sichern. Und in den arabischen Ländern gilt sie als Symbol des vollkommenen Glücks“.

Auf dem Acker
Die Exotische Aloe vera kann im Sommer draußen gehalten werden. Allgemein mögen Aloe-Pflanzen torffreie Blumenerde.
Foto: Andrea Warnecke/dpa-tmn

Bis heute wird die Heilpflanze aufgrund ihrer Inhaltsstoffe geschätzt. Für Ulrich Haage vom Bundesverband Einzelhandelsgärtner ist dies aber nicht der einzige Grund, um eine Aloe vera als Zimmer- oder Balkonpflanze zu haben. „Die Aloe vera ist nicht nur eine praktische, sondern auch eine pflegeleichte und sehr genügsame Pflanze, die sehr schön blühen kann“, sagt der Kakteengärtner.

Blüte
Aloe vera sieht nicht nur schön aus. Sie ist auch eine Heilpflanze.
Foto: Jens Schierenbeck/dpa-tmn

Aloe: Mehr als 500 Arten

Botanisch gesehen ist die Echte Aloe ein Affodillgewächs und eine von mehr als 500 Arten der Gattung Aloe. „Aloen gibt es in vielen unterschiedlichen Formen – von baumförmig bis rosettenartig. Die meisten Arten wachsen von Südafrika und Madagaskar bis zur arabischen Halbinsel“, sagt Nils Köster, Kustos für tropische und subtropische Lebendsammlungen des Botanischen Gartens und Botanischen Museums Berlin.

Typisch für die Echte Aloe sind ihre geraden, bis zu 40 Zentimeter langen, fleischigen Blätter, die Wasser speichern können und als Rosetten nahezu auf dem Boden aufliegen. Ein gutes Erkennungsmerkmal: „Am Rand ihrer Blätter hat Aloe vera einige kurze, recht stumpfe und meist weiße Stacheln“, erklärt der Kustos.

Die exotische Aloe vera hingegen eignet sich nicht nur als Zimmerpflanze. „Im Sommer kann sie problemlos draußen auf dem Balkon oder Terrasse gehalten werden“, sagt Haage. Für drinnen empfiehlt er einen möglichst hellen Standort.

Steht Aloe vera draußen, werden ihre Blätter durch das Sonnenlicht rötlich. „An sehr sonnigen Tagen kann die Pflanze einen Sonnenbrand bekommen. Daher ist es ratsam, sie in heißen Sommern zu schattieren“, sagt Haage.

Die Aloe mag torffreie Blumenerde

An das Substrat stellt das Affodillgewächs keine großen Ansprüche. Grundsätzlich kann eine Aloe in Blumenerde gedeihen, wenn diese torffrei sei, sagt Haage. Sein Tipp: Kakteenerde oder eine Beimischung von mineralischen Materialien wie Bims, gebrochenem Kies und Perlit.

Als Sukkulente gehört Aloe vera zu den genügsamen Gewächsen und müssen nicht häufig gegossen werden. Haage gießt seine Pflanzen im Sommer etwa alle 14 Tage. „Am besten füllt man den Untersetzer mit Wasser und wartet etwa zehn Minuten, bis die Pflanze genügend Wasser gezogen hat. Danach muss man den Untersetzer unbedingt ausleeren. Stehen die Wurzeln im Wasser, entwickeln sich Pilze und Fäulnis“, so der Kakteengärtner.

Um Aloe vera zu ernten, empfiehlt Gasper, immer das unterste Blatt am Ansatz von der Pflanze abzuziehen: „Jeder Schnitt ist eine potenzielle Eintrittspforte für Krankheiten. Außerdem sehen die Pflanzen mit Schnittwunden nicht mehr schön aus.“

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