Archivierter Artikel vom 17.02.2021, 04:45 Uhr

Schwitzen daheim

Wenn die Sauna im Wohnzimmer steht

Saunieren während Corona? Fehlanzeige. Außer man hat eine eigene Sauna daheim. Egal ob Haus, Miet- oder Ferienwohnung: Für die Schwitzkabine ist eigentlich überall Platz.

Sauna S1 von Klafs
Sauna oder Schrank? Man muss schon zwei Mal hinsehen um zu erkennen, dass sich hier die Sauna S1 von Klafs versteckt.
Foto: Klafs Gmbh & Co. KG/dpa-tmn

Bielefeld/Wiesbaden (dpa/tmn) – An kalten, dunklen Tagen im Winter ist sie besonders beliebt: die Sauna. Sie ist gut für Leib und Seele, bietet Entspannung und Erholung.

Mit viel Glas
Ein eigener Wellnessbereich. Das geht modern mit viel Glas, wie Klafs mit seinem Modell Aurora zeigt.
Foto: Klafs Gmbh & Co. Kg/dpa-tmn

Sehr komfortabel ist natürlich gerade in Zeiten von Corona eine private Sauna. Der neueste Trend: Sie verlässt den Keller und kann fast überall stehen.

Modell Aurora von Klafs
Wellness daheim – dank eigener Sauna. Dass das auch elegant geht, zeigt beispielsweise das Modell Aurora von Klafs.
Foto: Klafs Gmbh & Co. Kg/dpa-tmn

Während die Sauna früher oft im Untergeschoss eines Einfamilienhauses untergebracht wurde, gibt es heute technisch viel mehr Möglichkeiten. Die neuen Produkte lassen sich sehr flexibel aus einzelnen Elementen zusammensetzen, so dass sich in fast jeder Ecke des Hauses ein Platz dafür findet. Unter Dachschrägen, in der ehemaligen Abstellkammer, im Badezimmer und sogar im Wohnzimmer kann man saunieren. Und natürlich im Garten.

Modell von Corso
Perfekt auf das Baddesign abgestimmt ist dieses Modell von Corso.
Foto: Tom Bendix/Corso/Saunaverbände Wiesbaden/dpa-tmn

Saunen auch in Mietwohnungen möglich

„Kleine Saunen sind sogar in Mietwohnungen nutzbar“, sagt Hans-Jürgen Gensow vom Deutschen Sauna-Bund in Bielefeld. „Es gibt Modelle, die aussehen wie ein Schrank und sich per Knopfdruck zu einer Saunakabine ausfahren lassen. Die kann man bei einem Umzug einfach mitnehmen.“

Solche kompakten und für einen Umzug geeignete Saunen liegen im Trend, das beobachtet auch Thorsten Damm, Geschäftsführer des Bundesfachverbands Saunabau, Infrarot- und Dampfbad in Wiesbaden. Und: Saunen werden nicht nur in der eigenen Wohnung gern genutzt, sondern sind sogar auch in Ferienwohnungen ein komfortables Extra.

Grundsätzlich gibt es drei Grundtypen von Saunen, die alle auch im privaten Bereich genutzt werden können. „Die klassische Sauna, auch finnische Sauna genannt, wird zwischen 80 und 110 Grad heiß und es herrscht eine geringe Luftfeuchtigkeit. Deshalb gibt es ab und zu einen Aufguss“, erklärt Damm.

Eine höhere Luftfeuchtigkeit, aber niedrigere Temperaturen sind in der Niedrigtemperatur- oder Biosauna üblich. „Auch dieser Saunatyp ist beliebt, denn sein Klima wirkt sich besonders positiv auf die Atemwege aus“, sagt der Sauna-Experte. Weniger verbreitet im privaten Bereich ist der dritte Grundtyp: das Dampfbad. Es hat relativ niedrige Temperaturen, dafür aber hundert Prozent Luftfeuchtigkeit.

Zwei mal zwei Meter Fläche für vier Personen

Zum Heizen der Saunen werden in den meisten Fällen Elektroöfen genutzt. Auch Holzöfen, wie sie ursprünglich in den Saunen der skandinavischen Länder üblich waren, sind bei echten Saunafans im Außenbereich beliebt.

Kleinere Saunen mit einem Volumen bis zu sechs Kubikmeter können mit normalem Wechselstrom beheizt werden. Familiensaunen benötigen meist Drehstrom, der sich aber in der Regel problemlos von einem Elektriker anschließen lässt.

Heute zimmert kaum noch ein Heimwerker seine Sauna selbst zusammen. Es geht viel einfacher. Auf dem Markt gibt es vollausgestattete Modelle – Technik inklusive.

„Welche Sauna in Frage kommt, hängt ganz wesentlich von der Anzahl der Personen ab, die sie nutzen wollen“, sagt Damm. „Sauniert man alleine, reichen schon 1,4 auf zwei Meter Grundfläche. Für vier Personen empfehlen wir aber mindestens zwei mal zwei Meter.“ Ein Abkühl- und Duschbereich sollte auf kurzem Weg erreichbar sein.

Sauna kann Schimmel im Haus verursachen

Das klingt alles gut, aber eine nicht sachgemäß installierte Sauna im Haus birgt die Gefahr, dass durch die hohe Luftfeuchtigkeit Schimmel oder andere Schäden an Bauteilen entstehen. Der heiße Dampf beim Aufguss könnte sich an den Hauswänden absetzen und Feuchtigkeit ins Mauerwerk eindringen.

„Um das zu verhindern, sollten die Sauna-Wände etwas Abstand von der Gebäudewand haben, damit die Luft in den Zwischenräumen zirkulieren und abtrocknen kann“, rät Marc Ellinger vom Verband Privater Bauherren. Außerdem müssen die Wände des Raumes, in dem die Sauna steht, gedämmt sein.

Beachtet man all das, steht einem Sauna-Vergnügen in Familienkreis nichts mehr im Wege. Nicht mal mehr das Corona-Virus.

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