Archivierter Artikel vom 13.07.2020, 04:45 Uhr

Keine schweißtreibende Sache

Die passende Bettwäsche im Sommer

Selbst diejenigen, die sonst wie der sprichwörtliche Stein tief schlafen, wälzen sich im Sommer oftmals in den Laken. Was kann man tun für eine bessere Nachtruhe bei Hitze?

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Die passende Bettwäsche im Sommer
Guter Schlaf ist wichtig – insbesondere im Sommer, wenn hohe Temperaturen schon mal den Schlaf rauben können.
Foto: Christin Klose/dpa-tmn

Dortmund (dpa/tmn) – In Hitzenächten schlafen wir schlechter. Das bestätigt der Schlafmediziner Hans-Christian Blum: „Die beste Temperatur im Schlafzimmer liegt bei 16 bis 18 Grad – also relativ kühl -, weil wir im Schlaf die Temperatur herunterregeln.“

Höhere Temperaturen beeinflussen den Tiefschlaf und lassen uns öfter aufwachen. Hohe Luftfeuchtigkeit und Temperaturen sorgen zudem für unschöne Schweißflecken im Bett. Mit luftigen Textilien aber lässt sich das Schlaflager auch ohne Klimaanlage gut dem Sommer anpassen.

Schlafen in Baumwolle und Leinen

„Bei der Bettwäsche sind leichte Stoffe, die die Feuchtigkeit gut heraustransportieren, geeignet“, sagt Marc Böhle, Präsident des Verbandes der Bettenfachgeschäfte. „Je leichter der Stoff, desto besser.“ Böhle empfiehlt Baumwolle oder Leinen: „Baumwolle hat eine gute Feuchtigkeitsaufnahme und Leinen sogar eine kühlende Wirkung für die Haut, deshalb wird es in den Tropen so viel getragen.“ Bei den Baumwollgeweben seien Perkal oder Batist besonders luftdurchlässig.

Böhle empfiehlt auch Bezüge aus Seersucker, einem leicht welligen Gewebe, das leicht und bügelfrei ist. Nicht geeignet für Sommernächte seien dagegen schwere Bettbezüge aus Biber, Jersey, Flanell und Mikrofaser. Auch Satin sei dichter als andere Gewebe.

Auspacken und fühlen

Wie bei Baumwolle gebe es aber auch bei Seersucker Unterschiede: „Die günstige Seersucker-Variante ist nicht so anschmiegsam, weil dort die Wellenform auf chemischem Weg erzeugt wird“, sagt der Experte. Mit jeder Wäsche werde die Wellenform dann schwächer. Bei guten Qualitäten entstehe sie dagegen automatisch beim Webvorgang. Deshalb empfiehlt Böhle: „Kaufen Sie nicht verpackt, ohne anzufassen.“ Im Zweifel sollten Kunden den Verkäufer bitten, die Packung zu öffnen.

Für das frische Gefühl sollten Betttextilien im Sommer auch öfter gewaschen werden. „Normalerweise sollte man Bettwäsche alle zwei Wochen wechseln, aber wenn man stark schwitzt, dann lieber wöchentlich“, rät Bernd Glassl vom Industrieverband Körperpflege- und Waschmittel. Gewaschen werden sollte bei mindestens 40 Grad.

Nur unter dem Bettbezug schlafen?

Je heißer es wird, desto dünner wünschen sich viele auch ihre Decke. Mancher schläft im Sommer sogar mit dem blanken Bettbezug oder ganz ohne. Experte Böhle empfiehlt aber eher eine leichte Sommerbettdecke: „Das ist besser als nur der Bettbezug, denn morgens kann es darunter auch im Sommer mal kalt werden.“

Außerdem wird Feuchtigkeit von der Decke aufgenommen: „Kamelhaar kann zum Beispiel ein Drittel seines eigenen Gewichtes an Feuchtigkeit aufnehmen, ohne dass es sich feucht anfühlt“, so der Experte.

Leichte Versionen von Bettdecken

Von fast allen Deckenarten gibt es auch in Leichtversionen. „Zum Beispiel wäre eine Daunendecke mit 140 Gramm Füllgewicht ideal“, erklärt Böhle. „Die sind meist ganz klein gesteppt, so dass sich in jedem Karo gerade mal ein Gramm Daunen befindet.“ Aber auch Leichtdecken mit Füllungen aus Kamelhaar, Kaschmir oder Leinen sind empfehlenswert. Für Allergiker kommt zum Beispiel Wildseide infrage.

Grundsätzlich gilt: Die Kombination aus der richtigen Bettwäsche und einer Sommerdecke macht es. Umgekehrt heißt das: „Wenn man Biberbettwäsche drauf hat, nützt auch eine Sommerdecke nichts.“

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