Archivierter Artikel vom 13.03.2020, 18:07 Uhr

Widerrufsrecht für Online-Bahncard – Recht: EuGH-Entscheidung

Der EuGH hat die Rechte von Bahnkunden gestärkt. Die Bahncard ist demnach kein Ticket, sondern ein Beförderungsvertrag – und für diesen gelten für den Verbraucher günstigere Widerrufsregeln.

Wer sein Auto in einer Duplex-Garage falsch abstellt, muss für Schäden selbst aufkommen.
Wer sein Auto in einer Duplex-Garage falsch abstellt, muss für Schäden selbst aufkommen.

SP-X/Luxemburg. Für online gekaufte Bahntickets gibt es kein Widerrufsrecht, für eine im Internet bestellte Bahncard schon, wie der Europäische Gerichtshof nun in einer Vorentscheidung geurteilt hat. Alle Online-Kunden genießen das Rückgaberecht und müssen nun von der Deutschen Bahn darüber informiert werden. Erst dann beginnt die zweiwöchige Widerrufsfrist. Geklagt hatte die Verbraucherzentrale Berlin, das Verfahren wird nun für ein endgültiges Urteil an das Oberlandesgericht Frankfurt zurück überwiesen.

Die Bahn wertet die Bahncard bislang als Zugticket. Und für Fahrscheine gelten ähnlich wie für Zeitungsabos und Konzertkarten Sonderregelungen beim Widerrufsrecht. Das Gericht sieht die Card jedoch als Rabattkarte und damit als einen Dienstleitungsvertrag, für den es keine Ausnahme vom Widerrufsrecht gibt. (Az.: C-583/18)

Holger Holzer/SP-X