Archivierter Artikel vom 29.10.2021, 11:07 Uhr

Wer zu knapp vorbeifährt, ist selbst schuld – Recht: Kollision mit Mülltonne

Hindernisse auf dem Radweg sind ärgerlich. Trotzdem sollten sich Radler im Zweifel lieber nicht allzu knapp daran vorbei quetschen.

Von Holger Holzer/SP-X
Wer sein Auto in einer Duplex-Garage falsch abstellt, muss für Schäden selbst aufkommen.
Wer sein Auto in einer Duplex-Garage falsch abstellt, muss für Schäden selbst aufkommen.

SP-X/Frankenthal. Auf dem Radweg abgestellte Mülltonnen sind für Radfahrer störend, aber nicht zwingend gefährlich. Kommt es zu einer Kollision und einem Sturz, steht dem Biker nicht automatisch Schadenersatz zu, wie das Landgericht Frankenthal entschieden hat.

Geklagt hatte ein Radfahrer, der auf einem Radweg zwei von den Müllwerkern unaufmerksam abgestellten Tonnen ausweichen wollte, diese dabei touchierte und anschließend stürzte. Er verklagte das Abfallversorgungsunternehmen wegen Verletzung der Verkehrssicherungspflicht. Die Klage hatte jedoch keinen Erfolg.

Da der Radler nach eigenen Angaben die beiden Tonnen bereits aus einigem Abstand gesehen hatte, sah das Gericht bei dem verunfallten Radfahrer eine Mitschuld. Er hätte dem Hindernis mit dem passenden Abstand ausweichen und den Unfall verhindern können, wie das Portal „RA Online“ das Urteil erläutert. Stattdessen habe er sich bewusst für ein knappes Vorbeifahren entschieden.

Holger Holzer/SP-X