Archivierter Artikel vom 09.08.2021, 08:07 Uhr

Im Zweifel für die Katze – Recht: Haustiere vor Gericht

Viele Katzen haben eine dunkle Seite. Zwei der Tiere sind nun vor Gericht aber glimpflich weggekommen.

Wer sein Auto in einer Duplex-Garage falsch abstellt, muss für Schäden selbst aufkommen.
Wer sein Auto in einer Duplex-Garage falsch abstellt, muss für Schäden selbst aufkommen.

SP-X/Düsseldorf. Katzenhalter können für Unfälle oder Schäden, die ihre Tiere verursacht haben, zur Rechenschaft gezogen werden. Allerdings gibt es in der Praxis einige Hürden, wie zwei Gerichtsurteile zeigen, auf die die ARAG Versicherung hinweist.

Im ersten Fall war ein Radfahrer gestürzt, als er eine Katze ausweichen musste. Prinzipiell haftet dafür laut Bürgerlichem Gesetzbuch der Halter – allerdings nur, wenn das Tier eindeutig identifiziert werden kann. Im vorliegenden Fall hatten die Richter am Landgericht Osnabrück den Zeugen und dem Opfer des Unfalls Fotos von verschiedenen Katzen aus der Nachbarschaft vorgelegt. Einwandfrei identifizieren konnte das Tier jedoch keiner der Menschen. Schließlich waren sich die Zeugen nicht einmal mehr über die Farbe der Katze einig, so dass der Fall zu den Akten gelegt werden musste (Az.: 2 O 33/04).

Im zweiten Fall ging es um Lackkratzer auf einem Auto. Der Geschädigte hatte die Katze des Nachbarn im Verdacht, konnte aber keinen ausreichenden Beweis liefern. Die von ihm vorgeschlagene Gen-Analyse eines auf seinem Fahrzeug gefundenen Katzenhaares lehnte das Amtsgericht Aachen ab. Auch dieses hätte nur bewiesen, dass die Katze auf dem Wagen gewesen ist. Nicht aber, dass der Kratzer von ihr stammte. (Az.: 5 C 511/06).

Holger Holzer/SP-X