Archivierter Artikel vom 26.02.2020, 16:07 Uhr

Wo Licht ist, ist auch Schatten – Gebrauchtwagen-Check: Mazda2 Typ DE (2007-14)

Den Mazda2 gibt es gebraucht schon für deutlich unter 3.000 Euro. Damit bietet er ein attraktives Preis-Leistungs-Verhältnis. Doch der Kleinwagen hat auch Schwächen.

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Besonders für sparsame Stadt-Bewohner ist der Mazda2 eine interessante Option. Optisch macht sich der Kleinwagen zwar ka
Besonders für sparsame Stadt-Bewohner ist der Mazda2 eine interessante Option. Optisch macht sich der Kleinwagen zwar kaum bemerkbar, aber auch auf der Hebebühne des TÜV zeigen sich gebrauchte Exemplare unauffällig

Gegenüber dem ersten Mazda2 schrumpfte die zweite Generation um 4 Zentimeter auf 3,89 Meter, damit zählt der als Drei- u
Gegenüber dem ersten Mazda2 schrumpfte die zweite Generation um 4 Zentimeter auf 3,89 Meter, damit zählt der als Drei- und Fünftürer erhältliche Japaner zu den kleineren Exemplaren im Segment

SP-X/Köln. Wer einen guten und günstigen Kleinwagen sucht, wird irgendwann ziemlich wahrscheinlich auch auf den Mazda2 stoßen. Wie einige seiner Markenbrüder hat auch der kleinste Mazda ein Dauerläufer-Image. Zwar gilt der zwischen 2007 und 2014 gebaute Mazda2 als grundsolider Kleinwagen, angesichts seines fortschreitenden Alters mehren sich allerdings die Problemzonen. Wem hohe Kilometerstände abschrecken, wird Exemplare mit mäßiger Laufleistung bereits für unter 3.000 Euro finden. Ein sechsstelliger Tachostand ist allerdings keineswegs ein Killerkriterium.

: Der Mazda2 erreichte im Euro-NCAP-Crashtest 2007 die Höchstpunktzahl von fünf Sternen
: Der Mazda2 erreichte im Euro-NCAP-Crashtest 2007 die Höchstpunktzahl von fünf Sternen

Karosserie und Innenraum: Mit 3,89 Meter zählt der Mazda2 zu den kompakteren Vertretern im Kleinwagensegment. Mit einem Gewicht von rund einer Tonne ist er zudem ein Leichtgewicht. Wunder darf man in Sachen Raumökonomie nicht erwarten: Vorne sitzt man kommod auf zudem langstreckentauglichem Gestühl. Sind die Gäste mittelgroß, reicht der Platz auch im Fond. In den Kofferraum passt bis zu 250 Liter Gepäck. Bei umgelegter Rückbank sind es fensterhoch fast 800 Liter. Angeboten wurde der Mazda2 als Zwei- und als Viertürer. Wer mit Kindern unterwegs ist, sollte besser nach Exemplaren mit zusätzlichen Fondtüren suchen.

Fahrer und Beifahrer sitzen relativ kommod
Fahrer und Beifahrer sitzen relativ kommod

Das Fahrwerk des Mazda2 bietet einen zwar etwas indifferenten, doch für den Alltag durchaus akzeptablen Kompromiss aus Komfort und Agilität – allerdings auf Kleinwagen-Niveau. Einige Tester haben den Unterbau als zu straff und seinen Wendekreis als groß kritisiert. Im Sommer 2010 erhielt der Mazda2 ein dezentes Facelift, bei dem unter anderem der vordere Stoßfänger neugestaltet wurde.

Der Kofferraum fasst nicht besonders üppige 250 Liter
Der Kofferraum fasst nicht besonders üppige 250 Liter

Motoren: Wie für Stadtautos üblich, liegt der Fokus auch beim Mazda2 auf den Benzinern. Wer eine eher gemächliche Fahrweise bevorzugt, der kommt bereits mit dem 1,3-Liter-Aggregat aus, das es mit 55 kW/75 PS und 62 kW/84 PS gibt. Schon durchaus flott ist man erst mit dem 75 kW/102 PS starken 1,5-Liter-Benziner unterwegs. Allein den starken Benziner kann man in der auf dem Gebrauchtmarkt äußerst seltenen Automatikversion bekommen. In den ersten beiden Modelljahren wurde der Mazda2 außerdem mit einem 50 kW/68 PS starkem 1,4-Liter-Diesel und fortan mit einem 1,6-Liter-Selbstzünder mit 70 kW/95 PS angeboten. Beide Selbstzünder bescheiden sich mit knapp über 4 Liter Diesel auf 100 Kilometer. Die Benziner verbrauchen gut ein bis zwei Liter mehr. Praktisch wird im Fall des Topbenziners der Verbrauch bei rund gut acht Litern auf 100 Kilometer liegen.

Ausstattung und Sicherheit: Mit bis zu sechs Airbags und dem Schleuderschutz ESP bietet der Mazda2 eine selbst aus heutiger Sicht respektable Sicherheitsausstattung. Entsprechend reichte es 2007 beim Euro-NCAP-Crashtest für die Höchstpunktzahl von fünf Sternen. In Hinblick auf die weitere Ausstattung lohnt sich angesichts der mageren Basisversion Impuls die Suche nach höherwertigen Varianten wie Independence, Impression oder Dynamic. Diese können dann auch Nettigkeiten wie Klimaanlage, Fensterheber, CD-Radio, Lederlenkrad, Tempomat, oder Sitzheizung vorne aufwarten. Selbst nobel ausgestattete Varianten täuschen allerdings über die stellenweise etwas grobschlächtig wirkenden Hartplastikoberflächen des Innenraums nicht hinweg.

Qualität: Grundsätzlich ist der Mazda2 ein solider Kleinwagen – auch im Alter. Seine Dauerläuferqualitäten unterstreicht unter anderem eine recht hohe Zahl von Gebrauchtexemplaren mit deutlich über 200.000 Kilometer Laufleistung. Über alle Altersstufen hinweg bleibt seine Mängelquote beim TÜV-Report deutlich unter dem Segmentdurchschnitt, bei allerdings auch einer im Schnitt niedrigeren Durchschnittslaufleistung der untersuchten Exemplare. Bei den Hauptuntersuchungen haben sich aber auch dezidierte Mängelherde herauskristallisiert. Dazu gehört die Lenkung, bei der die Gelenke schon verhältnismäßig früh Verschleißerscheinungen aufweisen können, was sich unter anderem durch verdächtige Geräusche beim Rangieren bemerkbar macht. Auch andere Fahrwerkskomponenten wie Federn, Dämpfer und Achsaufhängung werden bei TÜV-Besuchen gehäuft moniert. Verschleißanfällig sollen zudem die Radlager sein. Ein kritischer Blick empfiehlt sich beim Mazda2 auch in Hinblick auf mögliche Roststellen.

Fazit: Für ein Fahrzeug seiner Preisklasse ist der Mazda2 ein richtiger Musterknabe. Wer einen leidlich agilen und recht sparsamen City-Floh haben will und nicht übermäßig viel zu transportieren hat, wird mit dem Japaner glücklich. Für rund 3.000 Euro werden gut erhaltene Exemplare mit weniger als 100.000 Kilometer aktuell auf den gängigen Gebrauchtwagenbörsen angeboten. Es geht auch noch deutlich günstiger.

Mario Hommen/SP-X