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Durchwachsene Mängelquote beim Seat Altea (2004 bis 2015)

Knackig, sportlich und mit über 200 PS zu haben: Nach einem typischen Familienvan klingt das eigentlich nicht. Der Seat Altea bietet sich als dynamische Alternative zu Autos wie dem VW Touran an.

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Der Seat Altea (2004 bis 2015)
Spanischer Dynamiker: Wer einen etwas sportlicheren Van mag, kann zum Seat Altea greifen.
Foto: Seat/dpa-tmn

Berlin (dpa/tmn). Der Seat Altea ist ein Kompaktvan. Und wie typisch für den spanischen Hersteller, ist er einen Hauch sportlicher als die Konkurrenz. So gibt es den GTI-Motor des Golf mit 211 PS unter der Haube, den selbst VW dem Konzernbruder Touran nicht gönnte. Aber: Pure Rasanz hilft beim Tüv nicht weiter. Die Bilanz bei der Hauptuntersuchung (HU) fällt durchwachsen aus.

Modellhistorie: Start der auf dem Golf V basierenden Baureihe im Jahr 2004. 2009 folgte ein Facelift mit Änderungen an Karosserie, den Leuchten, im Innenraum und der Motorenpalette. 2015 wurde der Van ersatzlos eingestellt.

Karosserievarianten: Der Altea ist ein Kompaktvan, den es mit zwei Radständen gibt, die längere und geräumigere Ausführung trägt das Kürzel XL. 2010 schob Seat eine SUV-artige Version mit mehr Bodenfreiheit auf Basis des XL nach, den Freetrack.

Abmessungen (laut ADAC): 4,28 m x 1,77 m x 1,57 m (LxBxH), Kofferraumvolumen: 409 l bis 1320 l; XL: 4,47 m x 1,77 m x 1,58 m (LxBxH), Kofferraumvolumen: 532 l bis 1604 l; Freetrack: 4,49 m x 1,79 m x 1,62 m (LxBxH), Kofferraumvolumen: 452 l bis 1521 l.

Stärken: Der Altea ist recht straff abgestimmt und lenkt sich knackig. Laut „Auto Bild Tüv Report 2020“ tritt Rost am Fahrwerk selten auf, bei der HU zeigen sich mit geringen Mängelquoten die Blinker und sowie die Bremsbauteile bei jüngeren Exemplaren, vor allem die Leitungen zeigen sich bei diesen als korrosionsbeständig.

Schwächen: Verschlissene Stoßdämpfer und Federn treiben die Mängelquote ab der zweiten HU in die Höhe; oft sind die Abblendscheinwerfer verstellt. Bis zur vierten HU wird höher Ölverlust festgestellt, der danach relativ abnimmt; bei der dritten HU fallen überdurchschnittlich oft verrostete Abgasanlagen auf.

Pannenverhalten: Der ADAC schreibt mit Blick auf seine Pannenstatistik: „Mit wenigen leichten Abweichungen in beide Richtungen schneidet der Altea gut ab.“ Als Pannenschwerpunkte nennt der Club unter anderem: Defekte Abgasrückführungen bei Modellen der Erstzulassungsjahre 2011 und 2012, kaputte Einspritzdüse (2011) sowie Probleme mit Zündkabeln (2011) und Zündschlössern (2007 und 2008).

Motoren: Benziner (Vierzylinder, Front- und Allradantrieb): 63 kW/85 PS bis 155 kW/211 PS; Diesel (Vierzylinder, Front- und Allradantrieb): 66 kW/90 PS bis 125 kW/170 PS; LPG (Vierzylinder, Frontantrieb): 75 kW/102 PS.

Marktpreise (laut „DAT Marktspiegel“ der Deutschen Automobil Treuhand mit jeweils statistisch erwartbaren Kilometern):

- Altea 1.2 TSI Reference (2015); 77 kW/105 PS (Vierzylinder); 76 000 Kilometer; 7950 Euro.

- Altea 1.6 LPG XL Kombi Reference (2013); 75 kW/101 PS (Vierzylinder); 10 000 Kilometer; 7800 Euro.

- Altea 2.0 TDI Style 4x4 (2013); 103 kW/140 PS (Vierzylinder); 122 000 Kilometer; 7875 Euro.

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