Archivierter Artikel vom 23.01.2020, 12:07 Uhr

Das Jahr der PS-Schnäppchen – Gebrauchtwagenmarkt 2020

PS-starke Neuwagen dürften 2020 eher teurer als billiger werden. Wer ein gebrauchtes Modell nimmt, kann hingegen Geld sparen.

Vornehme Zurückhaltung ist sicher nicht das erste, was man mit einem 270-PS-Kompaktsportler verbindet, der in der Spitze
Vornehme Zurückhaltung ist sicher nicht das erste, was man mit einem 270-PS-Kompaktsportler verbindet, der in der Spitze Tempo 250 fährt. Und doch charakterisiert diese Beschreibung den Peugeot 308 GTi ziemlich gut

SP-X/Frankfurt. Für Freunde PS-starker Autos könnte 2020 das Jahr der Schnäppchen werden. Laut Daten der Marktbeobachter von Schwacke wurden im Dezember 2019 überproportional viele Benziner mit mindestens 200 kW/272 PS Leistung neu zugelassen. Waren es in den Vergleichsmonaten der Vorjahre jeweils deutlich unter 10.000 Autos, wurden im vergangenen Dezember fast 15.000 Einheiten erreicht. Ein Großteil dieser Fahrzeuge dürfte nun als junge Gebrauchte mit deutlichen Abschlägen auf den früheren Listenpreis auf den Höfen der Händler auf Käufer warten.

Hintergrund sind die ab 2020 geltenden CO2-Grenzwerte für Autohersteller; leistungs- und damit auch verbrauchsstarke Benziner verschlechtern die Emissionsbilanz der verkauften Flotte deutlich. Offenbar haben viele Hersteller die Zulassung ihrer entsprechenden Fahrzeuge nach 2019 vorgezogen – auch um den Preis, dass der Verkauf mangels Neuwagenstatus nur mit hohen Rabatten möglich ist. Aus dem gleichen Grund dürfte das Interesse der Hersteller und Händler am Verkauf PS-starker Benziner 2020 überschaubar sein. Rabatte wird es wohl kaum geben, tendenziell werden starke Sportwagen und SUV wohl eher noch teurer werden.

Holger Holzer/SP-X