Charmant und solide – Gebrauchtwagen-Check: Opel Adam

Der Opel Adam ist ein Sonnenschein und benimmt sich auch beim TÜV gut.

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Der Opel Adam erhielt vier von fünf möglichen Sternen
Der Opel Adam erhielt vier von fünf möglichen Sternen

Das schon aus den anderen Adam-Varianten bekannte Interieur gefällt durch sein ansprechendes Design sowie seine haptisch
Das schon aus den anderen Adam-Varianten bekannte Interieur gefällt durch sein ansprechendes Design sowie seine haptisch angenehmen Materialien

SP-X/Köln. Der in den vergangenen Jahren vielleicht schnuckeligste Opel musste seinen Abschied nehmen: der Adam. Grund dafür war der Eigentümerwechsel von GM zu PSA. Die Franzosen wollten Platz für ihre eigenen Kleinst- und Kleinwagen zudem basierte der Adam auf einem relativ großen GM-Baukasten. So kam 2019 das Aus für den 2013 gestarteten kleinen Flitzer, der mit seinen Formen und seinen Individualisierungsmöglichkeiten viele Käufer begeisterte.

Auch der TÜV-Prüfer kann beim Anblick des Adam durchaus ein Lächeln auf den Lippen haben. Gut 94 Prozent der Wagen absol
Auch der TÜV-Prüfer kann beim Anblick des Adam durchaus ein Lächeln auf den Lippen haben. Gut 94 Prozent der Wagen absolvieren den ersten TÜV mängelfrei

Karosserie und Innenraum: Der Adam, der technisch eigentlich ein stark gestutzter Corsa ist, kommt mit seiner Länge von nur 3,70 Meter in fast jede Parklücke. Den Dreitürer gibt es in klassischer Form, sowie als „Rocks“. Hier imitiert der Kurze das Design von SUV und mutiert zum putzigen Bärchen. Ansonsten lässt der Kleine durch seine Form und Farbenfreude seinen Charme spielen.

Der Opel Adam ist künftig auch mit einem Dreizylinder-Turbo zu haben
Der Opel Adam ist künftig auch mit einem Dreizylinder-Turbo zu haben

Das Platzangebot ist zweigeteilt. Vorne gibt es wenig zu meckern, hinten sitzen besser nur Kinder. Oder man lässt die Rückbank als Ablage für Jacken und Taschen. Der Kofferraum fasst mindestens 170 Liter, das reicht für zwei große Getränkekisten. Maximal passen 670 Liter Gepäck in den Adam. Wer einladen will, trainiert auch gleichzeitig die Armmuskeln. Die Ladekante ist recht hoch. Das Interieur macht einen hochwertigen Eindruck. Keine Plastikwüste erwartet die Insassen, sondern ansprechendes Design sowie optisch und haptisch überzeugende Materialien.

Der knapp 1,2 Tonnen schwere Kleine sprintet munter los – in 8,5 Sekunden gelingt der Standardspurt – und auch obe
Der knapp 1,2 Tonnen schwere Kleine sprintet munter los – in 8,5 Sekunden gelingt der Standardspurt – und auch oberhalb der Richtgeschwindigkeit geht es vergleichsweise locker weiter Richtung Spitzentempo

Motoren und Antrieb: Die drei ab dem Start angebotenen Vierzylinder-Benziner leisten 51 kW/70 PS, 64 kW/87 PS und 74 kW/100 PS und sind an ein manuelles Fünfgang-Getriebe gekoppelt. Seit 2014 stand ein 1,0-Liter-Dreizylinder in den Ausbaustufen mit 66 kW/90 PS und 85 kW/115 PS zur Wahl. Der Turbo gibt sich recht spritzig, beim Verbrauch liegt er mit 4,2 bis 4,9 Litern rund einen halben Liter unter den Angaben für die Vierzylinder-Aggregate. Als Alternative steht der 87-PS-Triebwerk auch als Variante mit Autogas zur Verfügung. Wenn es etwas mehr sein darf: Als „S“ kommt der Adam auf 110 kW/150 PS, der 1,4-Liter-Turbo bietet immerhin 220 Nm und eine Höchstgeschwindigkeit von 210 km/h. Hinten gibt es für bessere Verzögerungseigenschaften zudem Scheibenbremsen.

Ausstattung und Sicherheit: Für den Adam hat Opel die ganz große Angebotsvielfalt aufgelegt. Individualisierung ist Trumpf, zur Freude der Käufer und Händler, zum Verdruss der Controller. Schon in der Basis verfügt der Kleine mit Radio, elektrischen Fensterhebern und einer Funkfernbedienung für die Zentralverriegelung über eine ordentliche Grundausstattung. Eine Klimaanlage fehlt hier allerdings. Wer gerne mehr möchte, muss sich zwischen den Varianten „Jam“, „Glam“ und „Slam“ entscheiden. Empfehlenswert ist das „Intellilink“-Infotainment-System mit einem sieben Zoll großen Touchscreen, auf dem sich via Apple CarPlay und Android Auto Smartphone-Apps spiegeln lassen.

Besonders viel Geduld müssen Gebrauchtwagen-Käufer mitbringen, wenn es darum geht, sich durch die unzähligen Individualisierungsmöglichkeiten zu arbeiten, die der Adam bietet. Von Zweifarb-Lackierungen bis hin zu einem Schachbrettmuster-Dachhimmel oder einem Dachhimmel mit LED-Lichtern – Rolls Royce lässt grüßen – offenbart so mancher gebrauchte Adam die eine oder andere Überraschung. Dazu gibt es für den Kleinsten im Opel-Portfolio die ausziehbare Fahrradschublade im Heck und ein elektrisches Faltdach. Es gibt fast nichts, was es nicht gibt.

In Sachen Sicherheit steht der Adam gut da. 2013 gab es beim Euro-NCAP-Crashtest vier von fünf Sternen – ein solides Ergebnis für einen Kleinstwagen.

Qualität. Bei der TÜV-Hauptuntersuchung finden die Prüfer bislang nur wenige Kritikpunkte. Bremsen, Fahrwerk, Beleuchtung oder Motor sind meist unauffällig. Beim Thema Fahrwerk offenbart sich allerdings die Verwandtschaft zum Corsa. Der Adam hat Probleme mit Federn und Dämpfung. Interessenten sollten zudem auf möglichen Ölverlust achten. Es gibt hin und wieder Exemplare, die gerne kleckern.

Fazit: Wer einen Kleinstwagen mit Charakter sucht, ist beim Adam richtig. Der Wettbewerber zu Audi A1, Mini oder Fiat 500 punktet mit schickem Ex- und Interieur und guten Benehmen beim TÜV. Ab rund 4.500 Euro werden Gebrauchtwagen-Interessenten in den Verkaufsportalen fündig.

Elfriede Munsch/SP-X