Zu wenig Wettbewerb – Monopolkommission zu Ladesäulen

In einigen Regionen Deutschland gibt es monopolähnliche Strukturen auf dem Fahrstrommarkt. Und auch mit der Preistransparenz steht es nicht gut, wie ein Expertengremium festgestellt hat.

SP-X/Bonn. Im deutschen Ladesäulennetz gibt es zu wenig Wettbewerb. Die Monopolkommission kritisiert in ihrem neuen Bericht die in häufig mangelnde Wahlmöglichkeit für E-Autofahrer. Die Analyse der Daten zu rund 42.000 Ladepunkten zeige, dass oftmals einzelne Betreiber hohe Anteile an den Ladepunkten in einzelnen Regionen kontrollieren. Zudem fehlt es den Wettbewerbshütern zufolge an Kostentransparenz. Kundinnen und Kunden könnten sich nicht zentral über die Preise der vorhandenen Betreiber beim unmittelbaren Laden ohne Anmeldung – dem sogenannte Ad-hoc-Laden – informieren.

Das Beratergremium macht eine Reihe von Verbesserungsvorschlägen für die nächste Regierung. So sollten die Förderprogramme eine höhere Förderung vorsehen, wenn die Betreiber der geförderten Ladepunkte in einem lokalen Gebiet weniger als 40 Prozent aller Ladepunkte auf sich vereinen. Bei Schnellladepunkten an Autobahnen sollte die Möglichkeit des Betriebs von Ladepunkten unterschiedlicher Betreiber an einem Standort geschaffen werden. Außerdem sollten Preise über eine Markttransparenzstelle zugänglich gemacht werden. Das gleiche gilt nach Ansicht der Experten für Informationen zum aktuellen Status einer Ladesäule, so dass Nutzer erkennen können, wenn sie belegt oder außer Betrieb ist.

Die Monopolkommission ist ein ständiges, unabhängiges Beratungsgremium für die Bundesregierung. Aktuell gehören ihm Unternehmensvertreter, Juristen und Ökonomen an. Die Ergebnisse der Gutachten der Kommission sind für die Politik nicht verbindlich.

Holger Holzer/SP-X