Archivierter Artikel vom 08.12.2021, 16:07 Uhr

Zehnmal effektiver als eine Politesse – Berlin scannt Parksünder

Die Parkraumwächter des Berliner Ordnungsamts sollen sich künftig nicht mehr die Füße plattlaufen. Stattdessen werden sie vom Auto aus Falschparker scannen.

Von Holger Holzer/SP-X
Knöllchen nicht bezahlen, quer auf dem Ku´damm parken oder Unfälle ignorieren – dieses Verhalten legten Botschafts
Knöllchen nicht bezahlen, quer auf dem Ku´damm parken oder Unfälle ignorieren – dieses Verhalten legten Botschaftsvertreter in Berlin im vergangenen Jahr oftmals an den Tag.

SP-X/Berlin. In Berlin sollen künftig sogenannte „ScanCars“ Falschparker aufspüren. Die automatisierte Parkraumüberwachung gilt als effizienter und kostengünstiger als das klassische Ablaufen der Straßenränder zu Fuß. Laut einem Bericht des „Tagesspiegel“ hofft die Stadt auf 2.000 Kontrollen pro Tag und eingesetztem Fahrzeug. Ein gehender Mitarbeiter kontrolliert pro Tag 200 bis 300 Parkplätze.

Die in anderen europäischen Ländern bereits gängige Technik wird zunächst in Friedrichshain-Kreuzberg und Mitte getestet, später sollen weitere Stadtteile dazukommen. Bislang fehlt allerdings noch eine Rechtsgrundlage, da die automatisierte Kennzeichenerfassung in Deutschland noch nicht erlaubt ist. Die Berliner Verwaltung will sich für eine entsprechende Änderung der Straßenverkehrsordnung einsetzen.

In der Praxis funktioniert das System wie folgt: Autofahrer müssen beim Kauf eines Parkscheins am Automaten oder per Handy künftig ihr Kennzeichen angeben. Dieses wird dann zentral gespeichert. Die mit einer Kamera ausgerüsteten Fahrzeuge des Ordnungsamts gleichen die Datenbank mit den Nummernschildern der parkenden Autos ab. Etwaige Bußgeldbescheide werden anschließend automatisch versandt.

Holger Holzer/SP-X