Worauf muss ich bei einem Winterauto achten? – Leser fragen – Experten antworten

Billig, robust und kein fahrender Schrotthaufen: Die Ansprüche an ein sogenanntes Winterauto sind überschaubar. Ganz herunterschrauben sollte man sie aber nicht.

Antwort von Stefan Ehl, Kraftfahrzeugexperte der Sachverständigenorganisation KÜS
Antwort von Stefan Ehl, Kraftfahrzeugexperte der Sachverständigenorganisation KÜS

SP-X/Köln. Frage: „Jetzt wo die Motorradsaison zu Ende ist, brauche ich kurzfristig ein möglichst günstiges Auto für den Winter. Worauf sollte ich beim Kauf achten?“

Antwort von Stefan Ehl, Kraftfahrzeugexperte der Sachverständigenorganisation KÜS: „Nicht nur Motorradfahrer, sondern auch Oldtimer-Besitzer lassen ihr gewohntes Fortbewegungsmittel über die kalte Jahreszeit gerne in der Garage. Für mehr oder weniger regelmäßig Fahrten durch Schneematsch, Salz und Split wird dann auf einen bezahlbaren, robusten Pkw umgestiegen. Während Optik und Prestige bei der Wahl des Fahrzeugs in der Regel kaum eine Rolle spielen, tut es der Preis sehr wohl. Doch er sollte nicht das alleinige Kriterium sein.

Wer die Zeit bis zum Frühjahr sicher überbrücken will, sollte vor allem auf die Funktion von Bremsen und Lichtanlage Wert legen. Auch Heizung, Belüftung und Scheibenwaschanlage sollten gut funktionieren, da all das im Winter besonders wichtig ist. Bonus sind Sitzheizung, Frontscheibenheizung und eine frische Batterie.

Zudem lohnt ein Blick auf die Reifen. Am besten sind bereits Winter-Pneus aufgezogen, in weniger schneereichen Regionen sind auch Ganzjahresreifen eine gute Alternative. Das Alter sollte unter zehn Jahren liegen, die Restprofiltiefe mindestens vier Millimeter betragen. Wichtig ist außerdem, dass die nächste Hauptuntersuchung noch in ausreichender Ferne liegt. Mindestens sechs Monate sollte die Prüfplakette noch gelten.

Bei der Wahl des Fahrzeugmodells dürfte ein Allrader vor allem in schneereichen Gegenden die beste Wahl sein. Allerdings sind 4x4-Fahrzeuge vergleichsweise teuer. Gutes Fahrverhalten und ordentliche Traktion auf glatter Fahrbahn bieten auch Autos mit Frontantrieb. Heckantrieb hingegen ist bei Glätte unter Umständen schwerer zu beherrschen und bietet eine schwächere Traktion bei Bergauffahrten.

Holger Holzer/SP-X