Archivierter Artikel vom 15.10.2021, 15:07 Uhr

Wie vor 50 Jahren – Grafik: So lange arbeiten wir für einen Liter Benzin

Benzin und Diesel sind derzeit so teuer wie nie. Darüber kann man sich trefflich ärgern. Ein Blick in die Statistik zeigt allerdings, dass dies nicht wirklich nötig ist.

In den vergangenen 50 Jahren gab es zwar immer wieder Schwankungen, aber relativ gesehen liegt der Preis für einen Liter
In den vergangenen 50 Jahren gab es zwar immer wieder Schwankungen, aber relativ gesehen liegt der Preis für einen Liter Super auf dem Niveau der 1970er Jahre

SP-X/Köln. Die Preise für Benzin und Diesel kennen derzeit nur eine Richtung: nach oben. Ärgerte man sich vor Wochen noch über Dieselpreise von 1,40 Euro je Liter und 1,54 Euro für den Liter Super sind heute 1,60 Euro und 1,80 Euro für den gleichen Treibstoff keine Ausnahmen mehr auf der Anzeige der Tanksäulen. Gefühlt wird Sprit immer teurer. Zahlendienstleister Statista ist derweil der Frage nachgegangen, wie sich denn Spritpreis und Einkommen über die Jahre entwickelten und kam zu einem durchaus verblüffenden Ergebnis.

In den vergangenen 50 Jahren gab es zwar immer wieder Schwankungen, aber relativ gesehen liegt der Preis für einen Liter Super auf dem Niveau der 1970er Jahre. Dazu haben die Statistiker den durchschnittlichen Preis je Liter Super ins Verhältnis gesetzt zum gemittelten Stundenlohn um herauszufinden, wie lange der bundesdeutsche Durchschnittsverdiener für einen Liter Sprit arbeiten musste. 1972, zu Beginn der Erhebung vergingen nicht ganz 5 Minuten Arbeitszeit (4,91 min) um das Geld für einen Liter Treibstoff zu verdienen. Damals kostete der Liter noch weniger als 1 Mark, also unter einem halben Euro. Der Verdienst lag häufig aber nur zwischen 4 und 7 Euro. Heute liegt der durchschnittliche Stundensatz bei rund 21 Euro. Um einen Liter Super zu bezahlen, muss der Arbeitnehmer heute 4,25 Minuten arbeiten. Allerdings ist die Statistik nicht ganz aktuell, sondern bezieht sich noch auf Superpreise von 1,54 Euro aus dem 2. Quartal. Für das 3. Quartal liegen noch keine offiziellen Verdienstzahlen vor. Statistisch dürfte sich der Wert dem von 1972 annähern.

Günter Weigel/SP-X