Wasserstoff statt Diesel – Keyou H2-Umrüstung für Nfz

Damit Nutzfahrzeuge künftig sauberer und klimafreundlicher unterwegs sind, ist der Elektroantrieb längst nicht die einzige Lösung. Alternativ bietet sich eine Umrüstung auf Wasserstoff-Verbrennungsmotor an.

Von Mario Hommen, SP-X
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SP-X/Hannover. Nutzfahrzeuge sollen mithilfe von E-Antrieben, die Strom aus Batterie oder Brennstoffzellen beziehen, sauber werden. Eine Alternative stellt die bayerische Firma Keyou auf der Nutzfahrzeugmesse IAA Transportation (bis 25. September) mit ihrer Umrüstlösung auf Wasserstoffantrieb vor, mit der nach erfolgtem Umbau Lastwagen und Busse statt mit Diesel mit sauberem Wasserstoff fahren.

Wichtigste Errungenschaft des 2015 gegründeten Unternehmens ist die Entwicklung von Komponenten und Brennverfahren, mit denen sich vorhandene Dieselmotoren auf Wasserstoffbetrieb umstellen lassen. Ein von Keyou und Voith entwickelter Sechszylinder mit 7,8 Liter Hubraum, der technisch nah am Diesel bleibt, kommt so auf 210 kW/285 PS und 1.000 Newtonmeter Drehmoment. Neben einem 18-Tonnen-Lkw hat Keyou von der Firma Paul Nutzfahrzeuge einen 12 Meter langen Stadtbus auf seinen H2-Antrieb umrüsten lassen. Der 18-Tonner ist das einzige Verbrenner-Fahrzeug der IAA, dem der Messeveranstalter die Erlaubnis erteilt hat, den Motor auf dem Keyou-Stand in Halle 12 zu starten. Aus dem Auspuff kommt nämlich Wasser. Künftige Abgasnormen stellen also für den Motor keine Hürde dar.

Bei dem Umbau auf den H2-Antrieb bekommen Fahrzeuge neben dem H2-Motor unter anderem noch mehrere Wasserstofftanks. Diese sollen 350 bis 600 Kilometer Reichweite erlauben, wobei der Verbrauch mit sieben Kilogramm Wasserstoff auf 100 Kilometer angegeben wird.

Keyou plant nicht die Produktion neuer Fahrzeuge mit Wasserstoff-Verbrennungsantrieb, sondern vielmehr den Umbau vorhandener Diesel-Fahrzeuge auf das saubere Verbrennungsverfahren. Bei der Betrachtung der Gesamtkosten sollen die umgerüsteten Fahrzeuge mit dieselgetriebenen Pendants konkurrenzfähig sein.

Für Herbst ist der Erprobungsträgerstatus für den 18-t-Lkw anvisiert, der dann zu Demonstrationszwecken auch auf öffentlichen Straßen unterwegs sein darf. Die Einzelbetriebserlaubnis soll Anfang 2023 folgen. 2024 könnten die ersten Nutzfahrzeuge mit „Keyou-inside Wasserstoffmotor“ antreten.

Mario Hommen/SP-X
Archivierter Artikel vom 23.09.2022, 13:07 Uhr