Totgeburt – Porsche Cayenne Cabriolet

Autos von Porsche gelten gemeinhin als schön. Doch nicht alle Entwürfe der Schwaben verdienen dieses Prädikat, wie etwa ein Cayenne Cabriolet aus 2002 zeigt.

Von Mario Hommen/SP-X

SP-X/Stuttgart. Porsche gehört zweifelslos zu den besonders klangvollen Namen, wenn es um Autodesign geht. Mittlerweile kann der Sportwagenbauer auf eine lange Ahnenreihe von Fahrzeugen zurückblicken, die als Ikonen des Autobaus gelten. Auf Sexappeal verstehen sich die in der Regel stilsicheren Schwaben, was auch einen Teil ihres Erfolgs ausmacht. Doch selbst eine Erfolgsschmiede wie Porsche hat schon Autos auf die Räder gestellt, die besser nie hätten gebaut werden sollen. Ein solches ist etwa das Cayenne Cabriolet aus dem Jahr 2002, das es nicht ganz zufällig nur ein einziges Mal gibt. Dafür gibt es Gründe, die der aktuelle Designchef von Porsche, Michael Maurer, nun auf den Punkt gebracht hat.

Bei dem 4,80 Meter langen Zweitürer, der im Porsche Museum zu bewundern ist, handelt es sich um Package-Funktionsmodell (PFM), welches für Testfahrten ungeeignet ist. Mit dem Einzelstück sollten einige grundlegende Fragen des Packaging überprüft werden. Können Fahrgäste überall gut sitzen? Ist das Fahrzeug mit nur zwei Türen auch praktisch? Wie soll das Heck aussehen? Lässt sich ein hochwertiges Stoffverdeck überhaupt unterbringen? Weitergehende Entwicklungsschritte des vorläufigen Entwurfs wurden jedoch eingestellt. Die Hoffnungen auf einen Verkaufserfolg waren gering, die Zweifel, ob das Fahrzeug jemals ansprechend aussehen könnte, hingegen hoch. Für Michael Maurer, der 2002 noch nicht im Amt war, ist ein SUV-Cabriolet eine an sich schon ästhetische Herausforderung: „Das SUV hat immer einen großen und schweren Körper. Das kombinieren Sie mit einem kleinen Hut und schneiden dann noch das Dach weg – da kommen formal seltsame Dinge heraus.“ Wohl deshalb bleibt die Gattung SUV-Cabriolet eine weiterhin seltene Spezies. Immerhin schön, dass Porsche den Mut hat, einen solchen „Ausrutscher“ auch der Öffentlichkeit zu zeigen.

Mario Hommen/SP-X