Rekordtief ist relativ – Sonst noch was?

Die Preise für Autos und Sprit steigen, die Rabatte für Neuwagen sinken und das Loch in unserem Geldbeutel wird größer. Unser nächstes Auto werden wir wohl stehlen müssen. Wenn es soweit ist, kommt allerdings nur eine Stadt als Tatort in Frage.

Von Peter Eck/SP-X
Sonst noch was?
Sonst noch was?

SP-X/Köln. Heute ist der 31. Oktober 2021. Und das heißt, es ist Halloween. Nach Coca-Cola, Facebook und Konsorten sowie radikalem politischem Populismus eine weitere fragwürdige Angelegenheit, die wir aus dem „Land of the Free“ übernommen haben. Gut kommen neuerdings auch Autos aus den USA bei uns an, wogegen ja grundsätzlich nichts zu sagen ist. Nachdem Chevrolet, Cadillac und Co. hier eigentlich nie aus der Nische rausfahren konnten, stellte Tesla mit dem Model 3 – wie wir diese Woche erfuhren – im vergangenen September das meistverkaufte Auto in der EU. Was, ein Rechenfehler? Nee, stimmt. Auch wenn dafür spezielle Umstände wie die Chipkrise und die Liefergewohnheiten von Tesla ausschlaggebend waren, so darf man das doch als einen weiteren Warnhinweis an die europäischen Hersteller verstehen: Mit Musk-Mobilen fahren längst nicht nur mehr die üblichen Elon-Jünger und Elektrovorreiter herum. Botschaft: Macht hinne mit der Elektromobilität.

Die Chipkrise schlägt auch sonst ihre Wellen. So reagiert der Markt ganz nach dem Gesetz von Angebot und Nachfrage derzeit mit kräftigen Preiserhöhungen auf neue und auf gebrauchte Fahrzeuge. Oder anders und genauer gesagt: Die Rabatte werden geringer. So lernten wir gerade, dass sich die Nachlässe der Internet-Neuwagenvermittler auf einem Zehn-Jahres-Tief befinden, nämlich auf nur noch 17,2 Prozent. Nur noch 17,2 Prozent! Da kommen doch glatt Erinnerungen an die Kindheit hoch, wo der Herr Papa sich beim Autohändler bzw. der Marke seiner Wahl mit Fußmatten (nur für vorne) als Rabatt abspeisen ließ, die ihm der Verkäufer mit derart sorgenvoller Miene zusagte, als würde diese Geste den Ruin des Autohauses bedeuten. So gesehen hätte Papa dieses Zehn-Jahres-Tief sicher sehr gerne mitgenommen.

Während sich also die Rabatte auf Rekordtiefs befinden, darf sich Düsseldorf rühmen, dass dort die im Durchschnitt teuersten Autos geklaut werden. Für einen Kölner bzw. Wahl-Kölner, wie den Autor dieser Zeilen, wäre dies selbst dann schon schwer genug zu verdauen, wenn wenigstens auf Platz zwei die heimliche Hauptstadt Nordrhein-Westfalens folgen würde. Aber nichts da, diesen Platz nimmt ausgerechnet Bonn ein. So klemmen die aktuelle NRW-Landeshauptstadt und der ehemalige bundesrepublikanische Regierungssitz Köln nicht nur geografisch ein, sondern zeigen der Domstadt bei diesem wirklich wichtigen Ranking auch noch die Rücklichter. Auf Rang drei folgt dann endlich die Stadt mit K! Aber halt, genaues Hinsehen hilft, nicht Köln sondern Karlsruhe schafft es in der Disziplin „Teure-Autos-klauen“ aufs Podium. Da bleibt uns nur der Hinweis, dass keiner dieser genannten Städte sondern nur KÖLN in der ersten Bundesliga spielt. Nehmt das, ihr Provinzler!

Ach, ist doch alles nur Spaß und nicht böse gemeint. Wer schon möchte sich überhaupt sein teures Auto gerne klauen lassen, ganz gleich in welcher Stadt? Recht teure Autos, der Hersteller würde eher sagen Premium-Produkte, baut auch Lexus. Die haben sich nun mit einem Gitarrenbauer zusammengetan und heraus kommt eine Stratocaster im Lexus-Design, was immer wir uns darunter vorzustellen haben. Zusammen mit dem Audi-Bass, dem Mercedes-Schlagzeug und der BMW-Orgel würde dies doch eine veritable Premium-Auto-Rock-Gruppe ergeben. Wie, die anderen Instrumente gibt es gar nicht? Noch nicht. Sonst noch was? Nächste Woche wieder.

Peter Eck/SP-X