Nicht der Hellste – Gebrauchtwagen-Check: Citroen C1 (2. Generation)

Kleinstwagen sind als Neuwagen selten geworden. Das hat Auswirkungen auf das Gebrauchtwagenangebot wie man beim Citroen C1 sieht.

Von Elfriede Munsch, SP-X
Lesezeit: 3 Minuten

SP-X/Köln. Das Angebot an Kleinstwagen in Deutschland schrumpft. Immer mehr Hersteller ziehen sich aus der Produktion der automobilen Zwerge zurück. So auch Citroen. Für den C1, der in der zweiten Generation zwischen 2014 und 2022 erhältlich war und mit Peugeot 108 und Toyota Aygo im tschechischen Kolin vom Band lief, gibt es aktuell keinen Nachfolger. Interessenten müssen auf dem Gebrauchtwagenmarkt fündig werden.

Karosserie und Innenraum: Der 3,47 Meter kurze C1 wurde als Drei- oder Fünftürer angeboten. Während Fahrer und Beifahrer noch vergleichsweise viel Raum um sich haben, geht es im Fond sehr beengt zu. Die Rückbank eignet sich eher als Erweiterung des kleinen Kofferraums (196 Liter). Klappt man die Rücksitzbank um, erweitert sich das Volumen auf 780 Liter. Punkten kann der Stadtfloh mit seinem Wendekreis von 9,6 Metern. Bei der Materialanmutung müssen Interessenten Abstriche machen. Die Dämmung ist nur halbwegs gelungen; es gibt viel Hartplastik im Innenraum und die Sitze sind mehr dünn als bequem. Als Alternative zu einem festen Dach bot Citroen ein elektrisches, sich weit öffnendes Faltdach an, so dass die „Airscape“-Modelle als Cabrio-Ersatz durchgehen können.

Mitte 2018 erhielt der C1 ein Facelift, das optisch aber kaum auffiel. Einige zusätzliche Dekor-Optionen brachten etwas Frische in den Innenraum.

Motoren und Antrieb: Die Auswahl der Motoren gestaltet sich übersichtlich. Beim Start der zweiten Generation standen zwei Dreizylinder-Benziner zur Wahl, ein 1,0-Liter mit 51 kW/68 PS und ein 1,2-Liter mit 60 kW/82 PS. Fahrer, die es flotter mögen und hin und wieder neben Stadtverkehr auch längeren Autobahnstrecken planen, sind mit dem stärkeren Motor gut aufgehoben. Der Standardspurt gelingt hier in 11 Sekunden, die Höchstgeschwindigkeit ist bei Tempo 170 erreicht. Außerdem bietet er immerhin 118 Nm Drehmoment. Mit durchschnittlich 4,3 Litern bewegt er sich auf dem Verbrauchsniveau des kleineren Aggregats (4,1 bis 4,3 Liter).

Beim Start der zweiten Generation standen zwei Dreizylinder-Benziner zur Wahl, ein 1,0-Liter mit 51 kW/68 PS und ein 1,2
Beim Start der zweiten Generation standen zwei Dreizylinder-Benziner zur Wahl, ein 1,0-Liter mit 51 kW/68 PS und ein 1,2-Liter mit 60 kW/82 PS
Foto: Citroen

Im Zuge des Facelifts flog der 1.2er aus dem Programm. Beim Einliter-Dreizylinder, der aus der Kooperation mit Toyota stammte, stieg die Leistung auf 53 kW/72 PS. Das maximale Drehmoment sank von 95 auf 93 Nm. Für die Kraftübertragung sorgte bei beiden Triebwerken ein manuelles Fünfganggetriebe. Als Alternative gab es für den 1,0-Liter-Dreizylinder ein automatisiertes Schaltgetriebe („Efficient Tronic“), das sich allerdings durch ruckeliges Schalten bemerkbar machte.

Ausstattung und Sicherheit: Wie oft bei Kleinstwagen war auch die Basisversion (Start) des C1 eher für Flottennutzer wie Liefer- oder Sozialdienste gedacht. Das Fehlen von Servolenkung, Radio, teilbarer Rücksitzlehne und Klimaanlage drückte den Neupreis auf rund 9.000 Euro. Wer mehr Komfort möchte, sucht nach den höheren Ausstattungslinien „Live“, „Feel“ und „Shine“. Über die Produktionszeit hat sich allerdings die Zusammensetzung der Ausstattungsstufen immer mal verändert: Kaufinteressenten schauen am besten genau hin, welche Details an Bord sind. Außerdem legte Citroen zwischendurch immer Sondermodelle auf. Diese kamen oft mit attraktiven Extras und farbenfrohen Applikationen daher. Modelle ab dem Facelift verfügen je nach Ausstattung über ein modernes Infotainment-System, das Konnektivitätsstandards Mirrorlink, Apple Carplay und Android Auto beherrscht. Das Angebot von Assistenzsystemen wie Kollisionsverhinderer oder Spurverlassenswarner wurde um eine Verkehrszeichenerkennung erweitert. Beim NCAP-Crashtest 2014 erreichte der C1 vier von fünf Sternen.

Qualität: Die gute Nachricht: Die zweite Generation schlägt sich bei den TÜV-Hauptuntersuchungen (HU) besser als der Vorgänger. Die schlechte: Es gibt immer noch Schwachpunkte. Probleme machen Bremsbauteile und die Auspuffanlage ab der zweiten HU. Auch beim Thema Licht kann der kleine Franzose nicht immer punkten und fällt durch die Einstellung des Abblendlichts unangenehm auf. Die Prüfung der Fahrwerkskomponenten (Achsaufhängung, Achsfedern/Dämpfung), Lenkung) geht meistens ohne große Beanstandung aus.

Fazit: Kleinstwagen sind gesucht, das hat Einfluss auf die Gebrauchtwagenpreise. Ältere C1-Modelle werden auf den Gebrauchtwagenportalen ab rund 5.000 Euro angeboten. Wer ein Modell mit Faltdach möchte, muss tiefer in die Tasche greifen. Ab rund 7.000 Euro stehen solche Exemplare zum Kauf. Interessenten älterer Modelle sollten darauf achten, dass 2016 ein Rückruf durchgeführt wurde. Der betraf Autos von Herbst 2014. Hier konnte der nicht ausreichend dimensionierte Lenksäulenschaft brechen.

Elfriede Munsch/SP-X
Archivierter Artikel vom 25.01.2023, 13:07 Uhr