Mit der Lizenz zum Vermarkten – 5x: Bond-Fahrzeuge zum neuen Film

Das Bond-Fieber steigt. Kurz vor dem Kinostart des neuen Streifens „No time to die“ laufen die 007-Werbekampagnen auf vollen Touren, auch rund um Bond-Fahrzeuge.

In Zusammenarbeit mit dem englischen Spielwarenhersteller Corgi zeigt Aston Martin vor dem ehemaligen Kraftwerk Batterse
In Zusammenarbeit mit dem englischen Spielwarenhersteller Corgi zeigt Aston Martin vor dem ehemaligen Kraftwerk Battersea in London einen DB5 Goldfinger-Continuation

Land Rover gehört ebenfalls zu den Fahrzeuglieferanten der neueren Bond-Filme und legt daher das auf weltweit auf 300 Ex
Land Rover gehört ebenfalls zu den Fahrzeuglieferanten der neueren Bond-Filme und legt daher das auf weltweit auf 300 Exemplare limitiertes Sondermodell Defender V8 Bond Edition auf

SP-X/Köln. Bond-Fans mussten sich lange gedulden: Der Kinostart von „Keine Zeit zu sterben“ (No time to die) ließ auf sich warten. Das offiziell 25. Abenteuer des Geheimagenten ihrer Majestät kommt ab dem 30. September weltweit in die Kinos. Zurzeit läuft daher die Vermarktung des Bond-Streifens auf Hochtouren; neben Logistikunternehmen und Uhrenmanufakturen tun sich natürlich die Fahrzeughersteller mit der Lizenz zum Vermarkten besonders hervor.

Wer sich nicht nur für Fahrzeuge rund um das neueste Bond-Abenteuer interessiert, sondern ein grundsätzliches Faible für
Wer sich nicht nur für Fahrzeuge rund um das neueste Bond-Abenteuer interessiert, sondern ein grundsätzliches Faible für 007-Autos hat, wird im Buch von Jason Barlow fündig: Bond Cars, die ultimative Geschichte (Frederking und Thaler, 37 Euro)

Besonders groß wirbt zum Beispiel gerade Aston Martin in London. Die englische Marke ist wieder James Bonds Dienstwagenlieferant und mit vier Modellen (DB5, V8, DBS und Valhalla) im Film vertreten. Die meiste Aufmerksamkeit lässt sich aber offensichtlich mit dem legendären DB5 generieren, den Sean Connery zum ersten Mal 1964 in „Goldfinger“ nutzte. In Zusammenarbeit mit dem englischen Spielwarenhersteller Corgi zeigt Aston Martin vor dem ehemaligen Kraftwerk Battersea in London einen DB5 Goldfinger-Continuation. Dieser ist dem Original-Corgi-Modell von 1965 nachempfunden und steht in einer überdimensionalen „Spielzeugschachtel“.

Triumph legt das Sondermodell Triumph Tiger 900 Pro „James Bond“ auf, und zwar in einer kleinen Auflage von
Triumph legt das Sondermodell Triumph Tiger 900 Pro „James Bond“ auf, und zwar in einer kleinen Auflage von 250 durchnummerierten Exemplaren weltweit

Apropos Spielzeug: Wo das Corgi-Modell so groß ist wie der DB5, schrumpft die Little Car Company das 007-Dienstfahrzeug in der „No time to die“-Edition auf Zweidrittel-Format. Um bei der verkleinerten DB5-Version die Proportionen des Originals zu wahren, wurde ein 3D-Scan des Vorbilds zur akkuraten Reproduktion verwendet. Der geschrumpfte Aston Martin verfügt über die typischen Gadgets wie Nebelmaschine, Imitate von Gatling-Kanonen, einen Schleudermodus sowie ein digitales Nummernschild, das über ein verstecktes Bedienfeld aktiviert wird. Einen Schleudersitz gibt es hingegen nicht. Zwar ist der batterieelektrische Mini-Me-DB5 für Kinder gedacht, doch sollten die Erziehungsberechtigten über ein großes Bankkonto verfügen. Umgerechnet werden für das Fahrzeug rund 105.000 Euro fällig. Nur 125 Exemplare werden gefertigt.

Wo das Corgi-Modell so groß ist wie der DB5, schrumpft die Little Car Company das 007-Dienstfahrzeug in der „No ti
Wo das Corgi-Modell so groß ist wie der DB5, schrumpft die Little Car Company das 007-Dienstfahrzeug in der „No time to die“-Edition auf Zweidrittel-Format

Neben dem hohen Preis hat der 3 Meter lange DB5 noch einen Nachteil: Er darf nicht auf öffentlichen Straßen bewegt werden. Das ist jedoch mit dem Land Rover Defender V8 Bond Edition erlaubt. Land Rover gehört ebenfalls zu den Fahrzeuglieferanten der neueren Bond-Filme und legt daher das auf weltweit auf 300 Exemplare limitiertes Sondermodell auf. Die „Bond Edition“ ist sowohl für den Defender 90 als auch 110 zu haben. Zum Serienumfang zählen 22 Zoll große schwarze Alus mit blauen Bremssätteln. „Defender 007“-Einstiegsleisten, „007“-Startanimation für den Touchscreen sowie eine Umfeldbeleuchtung mit dem 007-Schriftzug gehören unter anderem zur Ausstattung. Interessenten müssen 134.300 beziehungsweise 137.900 Euro investieren. Das sind 10.600 Euro mehr als das reguläre V8-Modell (386 kW/525 PS) jeweils kostet.

Und es müssen nicht unbedingt vier Räder zum Einsatz kommen. Bond ist schließlich ein mobiler Alleskönner und fährt im Film genauso gut Motorrad wie Auto. Die britische Motorradmarke Triumph ist zum ersten Mal Partner in einem Bond-Abenteuer. Passend dazu bietet der Hersteller das Sondermodell Triumph Tiger 900 Rally Pro „James Bond“ an, und zwar in einer kleinen Auflage von 250 durchnummerierten Exemplaren weltweit. Die wenigen Käufer erhalten eine Sonderlackierung, eine spezielle 007-Animation des Startbildschirms im Cockpit, heizbare Sitze mit Bond-Branding sowie zusätzlich einen Satz Michelin Anakee Wild Offroad-Reifen zu den werksseitig montierten Bridgestone Battlax. In Deutschland ist das limitierte Sondermodell ab 18.450 Euro zu haben.

Wer sich nicht nur für Fahrzeuge rund um das neueste Bond-Abenteuer interessiert, sondern ein grundsätzliches Faible für 007-Autos hat, wird im Buch von Jason Barlow fündig: Bond Cars, die ultimative Geschichte (Frederking und Thaler, 37 Euro). Die 25 Bond-Streifen sind chronologisch aufgeführt, die Autos werden ausführlich und detailverliebt in Wort und Bild vorgestellt. Dazu gibt es Infos zu den Stunts. Kleine Anekdoten lockern die Beschreibungen auf. Wer wissen will, welche berühmten oder weniger bekannten Autos ihren Auftritt hatten, kann dies im Buch auf über 330 Seiten nachlesen.

Interessant ist auch der Aspekt, wie sich die Beziehung zwischen Autoherstellern und der Bond-Produktionsfirma gewandelt hat. In den Anfangsjahren musste noch Fahrzeuge gemietet werden. So erhielt die Besitzerin des Sunbeam Alpine aus „007 jagt Dr. No“ 10 Pfund pro Drehtag. Und auch in „Diamantenfieber“ gab es Mietverträge, zum Beispiel für Ford-Fahrzeuge. Im Buch ist ein Schreiben des Vermittlers abgedruckt. Er beschwert sich über die zurückgegebenen Autos, die aufwändig repariert werden mussten und fordert von der Produktionsfirma 20.000 Dollar Schadensersatz. Das hat sich aber ziemlich schnell geändert. Die Unternehmen erkannten die Werbewirksamkeit der Bond-Filme und stellten ihre Fahrzeuge gerne zur Verfügung – auch wenn sie selten im Originalzustand den Dreh überlebten. Die Lizenz zum Vermarkten rechnet sich.

Elfriede Munsch/SP-X