Archivierter Artikel vom 21.04.2021, 13:07 Uhr

Langzeitziel trotz Corona-Effekt klar verfehlt – Verkehrstote in der EU

Dank Corona ist 2020 die Zahl der Verkehrstoten innerhalb der EU stark gesunken. Doch zugleich wurde das Langzeitziel einer Halbierung zwischen 2010 und 2020 deutlich verfehlt.

Dank Corona ist die Zahl der Verkehrstoten innerhalb der EU-25-Staaten um durchschnittlich 36 Prozent gesunken
Dank Corona ist die Zahl der Verkehrstoten innerhalb der EU-25-Staaten um durchschnittlich 36 Prozent gesunken

SP-X/Brüssel. Die Zahl der Verkehrstoten in den Ländern der EU ist vergangenes Jahr coronabedingt deutlich gesunken. Wie die Europäische Kommission auf Grundlage von Schätzungen mitteilte, sind 2020 insgesamt 18.800 Menschen und damit 4.000 weniger als 2019 bei Verkehrsunfällen ums Leben gekommen. Den besonders starken Rückgang um 17 Prozent führt die Brüsseler Behörde auf das verringerte Verkehrsaufkommen aufgrund der Covid-19-Pandemie zurück, ohne für diesen Zusammenhang allerdings statistischen Belege vorweisen zu können.

Mit 42 Verkehrstoten pro 1 Million Einwohner waren nach Aussage der Europäischen Kommission die Straßen Europas vergangenes Jahr zwar die sichersten der Welt, doch zugleich weisen die Autoren darauf hin, dass das von der EU gesteckte Langzeitziel bei der Reduzierung der Verkehrstoten deutlich verfehlt wurde. Im Zeitraum von 2010 bis 2020 wurde eigentlich eine Senkung der Zahl um 50 Prozent angestrebt, tatsächlich ist die Zahl der Verkehrstoten jedoch um nur 36 Prozent zurückgegangen. Vermutlich die Langzeitbilanz ohne Corona sogar schlechter ausgefallen.

Im Ländervergleich der Mitgliedsstaaten der EU hat Schweden 2020 die niedrigste Quote mit 18 Verkehrstoten pro 1 Million Einwohner vorzuweisen. Am gefährlichsten sind im EU-Vergleich die Straßen in Rumänien, wo 85 Verkehrstote pro 1 Million Einwohner gezählt wurden.

Mario Hommen/SP-X