Archivierter Artikel vom 16.08.2022, 16:07 Uhr

Kaum Prämien für Gebrauchte – Umweltbonus

Bei Neuwagen ist die E-Autoprämie ein Riesen-Erfolg. Auf dem Gebrauchtwagenmarkt spielt sie nahezu keine Rolle.

Von Holger Holzer/SP-X

SP-X/Berlin. Die E-Autoprämie spielt beim Gebrauchtwagenkauf kaum eine Rolle. Wie die Bundesregierung auf Anfrage des Parlaments mitteilt, hat der Bund seit 2020 lediglich rund 148 Millionen Euro für die Förderung von Pkw aus Vorbesitz ausgegeben. Der überwiegende Teil ging an Käufer, lediglich knapp 50.000 Euro kamen Leasingnehmern zugute. Zum Vergleich: Der Bundesanteil an der Neuwagen-Förderung lag allein im Juni 2022 bei gut 301 Millionen Euro.

Dass die Förderung auch für junge Gebrauchtwagen gilt, war vor allem als Zugeständnis an den Autohandel gedacht, der Angst hatte, auf seinen elektrischen Vorführwagen sitzen zu bleiben. Denn die Kriterien sind so eng, dass sie fast nur auf diese Fahrzeuge zutreffen. Unter anderem darf der Gebrauchtwagen nicht länger als zwölf Monate angemeldet gewesen und höchstens 15.000 Kilometer gelaufen sein. Außer Vorführwagen erfüllen einige gebrauchte Elektromobile aus dem EU-Ausland, von Leihwagen-Anbietern und aus den Testfahrzeug-Pools der Hersteller diese Bedingungen.

Der Kaufpreis des gebrauchten E-Autos darf maximal 80 Prozent des ursprünglichen Bruttolistenpreises des Neufahrzeugs betragen. Davon wird noch der Brutto-Herstelleranteil am Umweltbonus abgezogen. Die Höhe der Prämie ist etwas niedriger als bei Neuwagen, maximal sind 5.000 Euro vom Staat plus 2.500 Euro vom Hersteller drin. Für Leasingfahrzeuge gibt es deutlich weniger.

Holger Holzer/SP-X