Hilferuf an die Fans – Sono Motors Sion

Wenn die Fan-Community nicht zahlt, bedeutet dies das Aus: Sono Motors braucht dringend neues Geld.

Von Holger Holzer, SP-X
Lesezeit: 1 Minute
Der Sion soll 2024 auf den Markt kommen
Der Sion soll 2024 auf den Markt kommen
Foto: Sono Motors

SP-X/München. Das Solar-Elektroauto Sion von Sono Motors steht erneut auf der Kippe. Das Münchner Unternehmen hat nun eine spezielle Reservierungs-Kampagne angekündigt, die eine Finanzierungslücke schließen soll. Scheitert diese, so soll der Kleinwagen mit Photovoltaik-Karosserie nicht gebaut werden.

Man wolle der eigenen Community eine „letzte Chance geben, das Sion-Programm am Leben zu halten“, heißt es in einer Mitteilung der Sono-Chefs- und Mitgründer Jona Christians und Laurin Hahn. Beide rufen insgesamt 3.500 Kunden auf, das noch nicht produzierte Auto für einen reduzierten Kaufpreis von 27.000 Euro vorab zu erwerben. Bei einem Misserfolg der Kampagne wird die Zahlung nicht fällig. Zudem sollen Unterstützer eine feste Wartelistennummer für ihr Auto erhalten. Die Aktion läuft insgesamt 50 Tage, endet also mit dem Januar 2023.

Das Unternehmen will sich durch die Crowdfunding-Kampagne frisches Geld sichern. Zuletzt hatte Sono Motors einen Verlust von 104 Millionen Euro in den ersten drei Quartalen gemeldet. Kredite und Investorengeld reichen offenbar nicht aus, um die für 2023 geplante Vorserienproduktion und die auf Anfang 2024 terminierte Serienfertigung zu finanzieren.

Bereits 2019 gab es bei Sono Motors finanzielle Engpässe. Damals rettete die angestoßene Crowdfunding-Aktion das Unternehmen mit 50 Millionen Euro. In dieser Runde geht es jedoch nicht um den Fortbestand des kompletten Geschäfts, sondern lediglich um die Autoproduktion. In den vergangenen Monaten hat sich Sono mit der Entwicklung von Solartechnologie für Nutzfahrzeug ein weiteres Standbein geschaffen, das auch nach einem Sion-Aus weiterlaufen soll.

Besonderheit des 2016 erstmals als Konzept präsentiert Kompakt-Vans Sion ist seine mit Solarzellen beplankte Karosserie. Die Photovoltaik-Technik füllt bei Sonnenschein die zusätzlich an der Steckdose aufladbare Traktionsbatterie. Der Hersteller verspricht Gratis-Energie für durchschnittlich 112 Kilometer Zusatzreichweite pro Woche beziehungsweise für 5.800 Kilometer Fahrt pro Jahr. Die Bordbatterie fasst insgesamt 54 kWh, was für rund 305 Kilometer reichen soll. An der Wallbox wird mit bis zu 11 kW geladen, an der DC-Ladesäule verträgt der Kompakte 75 kW. Die Bruttopreise sollen bei knapp 30.000 Euro starten.

Holger Holzer/SP-X
Archivierter Artikel vom 09.12.2022, 12:07 Uhr