Archivierter Artikel vom 09.06.2022, 17:07 Uhr

Fast jeder zweite Käufer springt ab – Hängepartie bei E-Autoprämie

Wer heute einen elektrischen Neuwagen bestellt, kann sich nicht sicher sein, welche Förderung er bekommt. Viele Kaufinteressenten schreckt das ab, sagen die Autohändler.

Von Holger Holzer/SP-X

SP-X/Bonn. Die unsichere Fördersituation schreckt Elektroauto-Interessenten vom Kauf ab. Wie der Zentralverband Deutsches Kraftfahrzeuggewerbe (ZDK) mit einer Umfrage im Autohandel ermittelt hat, haben sich zwischen Januar und Mai rund 43 Prozent der potenziellen E-Autokäufer aus Verunsicherung gegen den zunächst geplanten Vertragsabschluss entschieden. Unter den Kaufinteressenten für einen Plug-in-Hybrid nahmen 45 Prozent Abstand. Gründe waren die ungewisse Ausgestaltung des Umweltbonus und die unsicheren Lieferzeiten.

Die aktuell gültige Förderung gibt es nur für Autos, die noch im laufenden Jahr zugelassen werden. Im kommenden Jahr gelten neue Fördergrundsätze, die im Detail aber noch unklar sind. Vor allem Käufer von Plug-in-Hybriden dürften jedoch deutlich schlechter gestellt werden. Das Problem stellt sich für Kaufinteressenten schon seit Monaten, da die Lieferzeiten aktuell unter anderem aufgrund von Corona-Lockdowns und Ukraine-Krieg ungewöhnlich lang ausfallen. Der ZDK-Umfrage zufolge werden von den aktuell von Kunden bestellten E-Fahrzeugen 40 Prozent erst 2023 ausgeliefert, bei Plug-in-Hybriden liegt dieser Wert bei 32 Prozent. 4 beziehungsweise 5 Prozent der Bestellungen werden sogar erst 2024 fertig.

Holger Holzer/SP-X