Umweltschützer warnen

Dieselfilter-Reinigung setzt Feinstaub frei

Dieselfahrzeuge reinigen ihre Partikelfilter während der Fahrt. Dabei werden Feinstaubgrenzwerte jedoch deutlich überschritten, wie Umweltschützer in Tests festgestellt haben.

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Diesel-Auspuff
Umweltschützer warnen: Während der Partikelfilterreinigung bei Dieselfahrzeugen werden Feinstaubgrenzwerte teilweise drastisch überschritten.
Foto: Jan Woitas/zb/dpa

Brüssel (dpa). Umweltschützer warnen vor einem aus ihrer Sicht
bisher unbeachteten Problem bei Diesel-Autos: Die Feinstaubwerte
könnten während der Reinigung von Partikelfiltern im Fahrbetrieb
drastisch in die Höhe schnellen, meldete der Verband Transport&Environment nach eigenen Tests.

Die Reinigung könne auch im Stadtverkehr vorkommen und bis zu 15 Kilometer Fahrtstrecke dauern. Bei 45 Millionen Diesel mit Partikelfilter in Europa gebe es pro Jahr zu 1,3 Milliarden Reinigungsvorgänge.

T&E hatte Labortests bei zwei häufig verkauften Diesel-Modellen in
Auftrag gegeben. Während der Filterreinigung hätten beide Modelle die
Grenzwerte für Feinstaubpartikel um 32 bis 115 Prozent überschritten.
„Diese Tests zeigen, dass die neuen Dieselfahrzeuge immer noch nicht
sauber sind“, meinte T&E-Expertin Anna Krajinska. „Tatsächlich stoßen
sie in unseren Städten und auf Autobahnen jeden Tag große Mengen
gefährlichen Feinstaubs aus.“

Feinstaub wird für Asthma, Allergien, Herz-Kreislauf und
Atemerkrankungen verantwortlich gemacht. Mit der Einführung von
Partikelfiltern für Dieselfahrzeuge wurde deren Ausstoß drastisch
gesenkt – als Hauptproblem beim Diesel galten danach vor allem die
Stickoxide. Während der Reinigungszyklen wirken die Partikelfilter
jedoch laut T&E nicht wie gewohnt.

Pressemitteilung T&E vom 13.1.2020