Archivierter Artikel vom 09.08.2022, 12:07 Uhr

Die erfolgreiche Suche nach Ducato-Ersatz – Reisemobil-Neuheiten von Eura und Trigano-Haus

Ein neuer Eura-Teilintegrierter auf Mercedes-Sprinter-Basis, kompakte Modelle von Karmann und Challenger, die auf dem Ford Transit aufbauen, und der Umstieg auf den Citroën Jumper bei der Einsteigermarke Forster – bei Eura-Mobil und Trigano-Haus wird alles versucht, um den Mangel an Fiat-Chassis abzufedern.

Von Michael Lennartz/SP-X

SP-X/Sprendlingen. Fehlende Fenster, nicht gelieferte Türdichtungen, keine Kabelbäume, Chip-Mangel und, und, und. Die Lieferkettenprobleme belasten die gesamte Caravaning-Branche. Obwohl die Nachfrage nach Reisemobilen unverändert hoch ist, sind die Folgen der Materialengpässe zum Teil dramatisch. Holger Siebert, der Geschäftsführer des rheinland-pfälzischen Herstellers Eura-Mobil, musste im Juni sein Werk in Sprendlingen bei Bingen komplett dicht machen und spricht von 40 Prozent Produktionsausfall.

Dabei versucht das mittlerweile auf acht Marken angewachsene Unternehmen, das neben den Eigengewächsen Eura, Karmann und Forster noch die unter Trigano-Haus zusammengefassten Marken Challenger, Mobilvetta, Roller Team, Benimar und Panama umfasst, alles, um vor allem die Knappheit an Ducato-Chassis abzufedern. Und so werden die Sprendlinger auf dem bevorstehenden Caravan-Salon (26. August bis 4. September) in Düsseldorf ihre Neuheiten verstärkt mit anderen Basisfahrzeugen vorstellen und tragen damit ebenso dazu bei, dass der Fiat-Transporter gerade seine Führungsposition auf dem Reisemobilmarkt einbüßt.

Bei der Kernmarke Eura mit Premium-Anspruch wird etwa die teilintegrierte Baureihe Profila, die auf einem Mercedes Sprinter-Fahrgestell mit Alko-Tiefrahmen steht und erst im Januar mit zwei Sieben-Meter-Grundrissen Premiere feierte, um zwei neue Varianten in der 7,50-Meter-Klasse erweitert. Beide Modelle bieten einen durchgängigen, 19,5 Zentimeter hohen Doppelboden mit viel Stauraum und wollen vor allem mit einer Sitzgruppe in Face-to-Face-Anordnung der Längsbänke imponieren. Der 7,48 Meter lange Profila T726 EF kombiniert das Ganze mit zwei Einzelbetten im Heck, die über zwei Meter lang sind. Der 7,61 Meter lange T726 QF bietet für die Freunde des zentralen Doppelbetts eine 1,95x1,47-Meter-Schlafstätte mit Höhenverstellung. Preise für die Eura-Teilintegrierten werden erst in Düsseldorf bekannt gegeben.

Bei der auf Vans und Kastenwagen spezialisierten Marke Karmann wird die ebenfalls noch taufrische Duncan-Baureihe auf Ford Transit Custom um das Modell 545 ergänzt, bei dem in Ford-Nugget-Manier die Küche im Heck eingebaut ist und das Aufstelldach deshalb auch nach hinten öffnet. Eine Toilette ist ebenfalls an Bord.

Die sehr erfolgreiche Einsteigermarke Forster, die im nächsten Jahr ihr zehnjähriges Bestehen feiert, vertraute bisher zu 100 Prozent auf den Ducato als Basis-Fahrzeug. Auch das ändert sich. So hält auch hier der Ford Transit Einzug. Alle Alkovenmodelle basieren künftig auf dem Ford-Chassis und werden bis zu einer maximalen Länge von sieben Metern in der 3,5-Tonnen-Klasse angeboten, können allerdings auch auf 4,1 Tonnen aufgelastet werden.

Und bei den preisgünstigen Livin‘-Up-Sondermodellen der Van-Baureihe steigt Forster auf den Citroën Jumper um, der dann bereits den stärkeren 140-PS-Motor im Editionsumfang einschließt. Die beiden sechs Meter langen Modelle 599 HB (mit Quer-Doppelbett im Heck) und 599 VB (mit zusätzlichem Hub-Doppelbett) starten bei 47.800 Euro, der 40 Zentimeter längere 636 EB mit Einzelbetten ab 50.350 Euro.

Von den Trigano-Haus-Marken steht das französische Label Challenger im Ruf, mit innovativen Innenraum-Ideen zu experimentieren, oder gleich, wie im vergangenen Jahr mit dem X150 als Zwitter aus Kastenwagen und Teilintegriertem zum kompakten Trendsetter zu werden. Der neue, ebenfalls nur sechs Meter lange Challenger S 194 als Sport-Sonderedition fällt nicht nur durch sein markantes Outfit in Grau mit schwarzen Dekorstreifen und Aluminiumfelgen auf, er weist auch im Innenraum mit einem „Schmetterlingsbett“ eine Neuheit auf.

Das quer eingebaute Doppelbett lässt sich zur Mitte hin zusammenklappen. Das vereinfacht den Zugang zu den darunterliegenden Kleiderschränken, und über eine Durchreiche gelangt man zudem direkt in den Heckstauraum, in dem sogar Platz für Fahrräder ist. Bis zum Caravan-Salon soll zudem die 50 Zentimeter längere Version S 217 mit Längs-Einzelbetten fertig sein. Als Basis für beide Modelle dient auch hier der Ford Transit, der in der Sport-Edition mit dem stärkeren 170-PS-Diesel und Automatik ausgerüstet ist. Preise werden zwar erst in Düsseldorf genannt, mit knapp unter 70.000 Euro wird man aber wohl rechnen müssen.

Die einzige Neuheit, die am Fiat Ducato festhält, ist die Neuauflage des Integrierten Mobilvetta Kea I85, der auf den klassischen Einzelbett-Grundriss mit L-Sitzgruppe setzt und vor allem mit italienischem Design im Yacht-Stil punkten will.

Michael Lennartz/SP-X