Archivierter Artikel vom 20.05.2022, 16:07 Uhr

Der Streetscooter lebt weiter – Aus Odin Automotive wird B-ON

Neuer Name, neues Profil, neue Kooperation. die Holding Odin Automotive, nennt sich ab sofort B-ON. Und der Streetscooter bekommt Nachwuchs.

Von Michael Specht/SP-X
Der Absatz der kleinen Streetscooter-Laster soll in den kommenden drei Jahren verzehnfacht werden
Der Absatz der kleinen Streetscooter-Laster soll in den kommenden drei Jahren verzehnfacht werden

SP-X/Luxemburg. Der neue Besitzer der E-Transporter-Marke Streetscooter, die Odin Automotive Holding benennt sich um in B-ON (gesprochen Bi-Onn). Die Haupttätigkeit ist das Angebot an kompletten Elektromobilitätslösungen für Firmen, Fuhrparks und Flottenbetreiber. „Sie alle sind sich im Klaren darüber, dass sie elektrifizieren müssen, aber der Prozess ist heute so fragmentiert und schwer zu steuern, dass die meisten nicht einmal wissen, wo sie anfangen sollen“, so B-ON-Chef Stefan Krause bei der Vorstellung des Unternehmens.

Der heute 60-jährige Manager, zuvor im Vorstand von BMW und der Deutschen Bank, zudem Mitbegründer des US-Elektroautoherstellers Canoo, will B-ON zu einem globalen Player für Mobilitätslösungen in Großstädten machen. Sein Ziel: Die letzte Meile bei Paketlieferungen zu revolutionieren, umweltfreundlicher und attraktiver zu gestalten.

Das Produktportfolio von B-ON enthält neben den Streetscootern Tools für Lieferdienste, wiederverwendbaren Verpackungen, Zugang zu Service und Wartung, Energieinfrastruktur und Lademanagement, Telematik- und Flottenmanagementsoftware. Für Stefan Krause stellt dies einen großen Wettbewerbsvorteil dar. „Wer kann schon in eine komplette Elektrifizierungslösung das eigene Fahrzeug mit einbringen?“

Die Streetscooter lässt B-ON derzeit bei Neapco in Düren produzieren. Die Fabrik besitzt eine Kapazität von rund 30.000 Einheiten pro Jahr. Derzeit werden dort jedoch nur 3.000 gebaut, vor allem für die Deutsche Post. Ab 2023 sollen aber weitere Kunden beliefert werden, wie Autovermieter und Leasingfirmen.

Damit nicht genug, Stefan Krause plant eine weitere Fertigungsstätte in den USA. Der Absatz der kleinen Streetscooter-Laster soll in den kommenden drei Jahren verzehnfacht werden. Die ambitionierten Prognosen fußen auf den – bedingt durch die Pandemie – enormen Anstieg von E-Commerce. Hinzu kommt, dass in Zukunft in vielen Großstädten die konventionellen Lieferwagen mit Verbrennungsmotoren durch Elektrofahrzeuge ersetzt werden. Neben dem Streetscooter plant B-ON, ein zweites Transporter-Modell zu entwickeln. Es soll auf einer neuen Plattform stehen und in mehreren Ländern gebaut werden.

Michael Specht/SP-X