Archivierter Artikel vom 18.06.2021, 16:07 Uhr

Das Risiko steigt mit der Zeit – Umfrage zu Verkehrssicherheit von E-Bikes

In Deutschland steigt seit Jahren die Zahl der Unfälle mit Pedelec-Beteiligung. Das liegt nicht zuletzt an der Art der Nutzung.

Auf den ersten Blick würde man das Geos nicht für ein Pedelec halten
Auf den ersten Blick würde man das Geos nicht für ein Pedelec halten

SP-X/Stuttgart. Beim Blick auf die Unfallstatistiken der vergangenen Jahre zeigt sich ein auffällig starker Anstieg der Unfälle mit Pedelec-Beteiligung. Wie eine in Europa und USA durchgeführten Umfrage von Bosch zeigt, könnte ein wesentlicher Treiber für steigende Pedelec-Unfallzahlen im Nutzerverhalten liegen. Demnach sitzen E-Biker 50 Prozent häufiger im Sattel als Radfahrer ohne E-Unterstützung und legen dabei außerdem im Schnitt um 60 Prozent längere Strecken zurück. Zudem seien, so ein weiteres Ergebnis, die E-Biker witterungsunabhängiger unterwegs und somit stärker typischen Risikofaktoren ausgesetzt.

Damit das Unfallrisiko für Pedelec-Nutzer wie für klassische Radfahrer künftig sinkt, plädieren die Autoren der Studie unter anderem für eine fahrradfreundlichere Infrastruktur.

Wie die Umfrage ergab, fühlen sich in den Niederlanden Radfahrer vergleichsweise sicher, was dem besonders fahrradfreundlichen Verkehrskonzept der Holländer geschuldet sein dürfte. Dort schätzen 42 Prozent der Befragten ihr Unfallrisiko als gering ein, während dies unter allen Befragten auf nur etwa 20 Prozent zutrifft. Speziell den Nutzern von E-Bikes empfiehlt Bosch, ihr Risiko- und Sicherheitsbewusstsein zu schärfen. Dazu gehören eine rücksichtsvollere Fahrweise, die Teilnahme an Fahrsicherheitstrainings, eine gute Ausrüstung sowie regelmäßige technische Wartung der Räder. Technisch kann zudem ein E-Bike-ABS die Unfallrisiken für Pedelec-Nutzer verringern.

Mario Hommen/SP-X