Alte Autos heizen besser – Leser fragen – Experten antworten

Früher waren Autoinnenräume im Winter relativ schnell warm. Heute kann es länger dauern. Dafür gibt es Gründe.

Von Dirk Schwarz/SP-X
Johannes Kautenburger Kraftfahrzeugexperte der Sachverständigenorganisation KÜS
Johannes Kautenburger Kraftfahrzeugexperte der Sachverständigenorganisation KÜS

SP-X/Köln. Frage: „Bei meinem neuen Auto dauert es viel länger als bei meinem Alten, bis der Innenraum im Winter warm ist. Kann das sein oder täuscht das?“

Antwort von Johannes Kautenburger, Kraftfahrzeugexperte der Sachverständigenorganisation KÜS: „Der Eindruck täuscht wahrscheinlich nicht. Im Allgemeinen ist die Heizleistung bei älteren Autos höher als bei aktuellen Neuwagen. Zwei Gründe spielen dabei eine Rolle: Zum einen sind Benziner und Diesel in den vergangenen Jahren immer effizienter geworden und erzeugen weniger Abwärme. Die fehlt dann im Winter, um die Luft der Heizungsanlage zu erwärmen.

Dazu kommt: Die wenige entstehende Wärme wird zunehmend für die Abgasreinigung benötigt. Katalysatoren arbeiten am besten, wenn sie warm sind. Durch die immer strengeren Abgasvorschriften sind die Hersteller gezwungen, sie möglichst schnell aktiv aufzuheizen. In neueren Fahrzeugen, ist aus diesem Grund häufig ein elektrischer Zuheizer eingebaut, um ein schnelles Aufheizen zu gewährleisten.

Wer am Steuer unter Kälte leidet, kann sich daher am besten mit Sitz- und Lenkradheizung behelfen. Beide Extras sind in den vergangenen Jahren in vielen Fahrzeugen zum Standard geworden – wohl nicht zuletzt aus den eben genannten Gründen. Alternativ oder zusätzlich hilft es, anfangs das Gebläse der Heizungsanlage auf Umluft zu schalten. Dann zirkuliert die bereits angewärmte Luft im Inneren, kalte Außenluft muss nicht erwärmt werden.

Dirk Schwarz/SP-X