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Bonn

Vorgetrieben: Zwiebelblumen in Töpfen

dpa/tmn

Sobald das neue Jahr beginnt, wünschen sich viele den Frühling in die Wohnung. Er selbst tut uns diesen Gefallen nicht, aber seine Boten: Narzissen, Tulpen und Schneeglöckchen blühen schon zum Jahresbeginn.

Zwiebelblumen in Töpfen
Frühlingsblumen machen gute Laune, denn sie bringen Farbe in den Alltag. (Bild: IZB/dpa/tmn)

Dafür müssen sie allerdings vorgetrieben werden. Nach einer vorangegangenen Kühlphase, die ihnen Winter vorgegaukelt hat, öffnen sie in der Wärme der Wohnung ihre Blüten.

Hyazinthen sind die Klassiker unter den vorgetriebenen Zwiebelblumen und das schon seit dem 19. Jahrhundert. Damals ruhten ihre Zwiebeln meist auf speziellen Hyazinthengläsern. Sie halten die Hyazinthe dank einer Einbuchtung in sicherem Abstand über dem Wasser. Schön geschliffen und verziert, geben die Gläser den Blick frei auf die immer rascher wachsenden Wurzeln, während den Austrieb ein buntes, spitzes Hütchen verhüllt. So entwickelt sich das Grün zügig. Wirft es das Hütchen ab, dauert es nicht mehr lange, bis die Hyazinthe blüht.

Auch heute sind Nachbildungen dieser alten Gläser wieder zunehmend beliebt. Aber meist ziehen die vorgetriebenen Zwiebeln doch ins Zimmer ein. Besonders gefragt sind rosa Sorten wie die sehr frühe zartfarbene 'Fondant' oder die kräftigere 'Pink Pearl'. Mit einigem Abstand folgen blaue Sorten wie 'Delft Blue' oder 'Atlantik' sowie die weißen wie 'Carnegie' oder 'L 'Innocence'.

Als erste der Narzissen erfreute die frostempfindliche Narzissus triandrus 'Paperwhite' bereits zu Weihnachten mit schneeweißen, duftenden Blüten. In den ersten Wochen des neuen Jahres hat sie ihren Höhepunkt überschritten. Dafür rücken frühe Gartensorten nach. Sie wachsen zierlich und besitzen das richtige Topfformat. 'Tête á Tête' mit zwei bis drei Blütchen auf kurzem Stiel, 'Peeping Tom' mit langem Trompetchen, die Mini-Osterglocke 'February Gold' und 'Jetfire' mit orangefarbener Trompete vor einer leicht zurückgeschlagenen Blütenkrone bestimmen das Bild.

Anders als die Narzissen nehmen Topftulpen eher draußen Platz – sofern das Wetter das erlaubt. Als vorübergehende Gäste können sie aber auch ins Zimmer einziehen. Die einfachen frühen Tulpen wie 'Brillant Star', 'Joffre' oder 'Aprikot Beauty' eignen sich gut als Topftulpen. Sie bleiben relativ niedrig und zeigen klare saubere Farben. Frühlingsstimmung können aber auch die Greigii-Tulpen verbreiten. Mit sehr großen Blüten fallen Sorten wie 'Pinocchio' in rot mit weißem Rand, die rot-gelbe 'Cape Cod' oder 'Oriental Beauty' mit ihrem Knallrot auf.

Neben diesen starken Farbträgern lohnt sich auch ein Blick auf die kleinen Zwiebelblumen, die eher selten ins Zimmer einziehen. Wie eine kleine Kostbarkeit wirkt dort ein Topf mit Schneeglöckchen, die nicht nur ihr weiß-grünes Farbenspiel zeigen, sondern auch zarten Duft verströmen. Durften Schneeglöckchen-Zwiebeln sich im eigenen Garten ungestört vermehren, können sie dort sogar behutsam ausgegraben und eingetopft werden. Schneeglöckchen nehmen das Verpflanzen im grünen Zustand erstaunlich wenig übel. Einfacher ist es, fertig getopfte Schneeglöckchen zu kaufen.

Natürlich mischen sich auch Krokusse unter die vorgetriebenen Zwiebeln. Meist sind es blaue, weiße und violette Sorten wie 'Remembrance', die violettweiß gestreifte 'Pickwick' oder 'Jeanne d'Arc', die in Weiß blüht. Gelbe Sorten sucht man meist vergeblich. Sie zeigen sich beim Vortreiben selten. Besonderen Charme besitzt die kleine Zwergiris (Iris reticulata), die elegante Irisblütchen auf einem nur 10 bis 15 Zentimeter hohen Stiel trägt. Auch sie zeigt überwiegend Blau oder Violett in allen Schattierungen. Es gibt aber auch weiße Sorten wie 'Natascha' oder purpurne wie 'Purple Gem'.

Was tun mit den Zwiebeln nach der Blüte?

Richtig gepflegt, können Zwiebelblumen auch im nächsten Jahr wieder blühen. Wer das möchte, sollte die Töpfe zum Ende der Blütezeit nicht nur gießen, sondern auch düngen. Denn solange die Blätter grün sind, müssen die Zwiebeln alle Kraft schöpfen, die sie für die nächste Blüte brauchen. Verblühtes einschließlich der Samenansätze wird abgeschnitten. Grüne Blütenstängel und Blätter sollten aber unbedingt an der Pflanze bleiben.

Sobald das Wetter es erlaubt, können die Töpfe nach draußen. Wer Platz im Garten hat, pflanzt sie aus. Sie können aber auch auf dem Balkon stehen. Ist das Laub welk, wird es abgeschnitten. Nun brauchen die Pflanzen bis zum Herbst keine Pflege mehr.

Ratgeber: Garten & Umwelt
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