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    Berlin

    Tun, was geht – Aufgaben des Hobbygärtners im frostigen Februar

    Der Februar gehört zu den kältesten Monaten im Jahr. Es kann sein, dass tiefe Minusgrade und viel Schnee den Hobbygärtner ans Haus binden. Aber auch dort kann er einiges erledigen - Werkzeug warten und schon einmal Salat aussäen.

    Erste Samen kommen in die Erde
    Es geht los: Die ersten Samen können im Februar in die Erde und im Aufzuchtkasten auf das Fensterbett kommen.
    Foto: Franziska Koark - DPA

    Die Wetterlage beeinflusst im Februar, was der Hobbygärtner erledigen kann. Liegt eine dicke Schneedecke auf dem Boden, und weht sibirischer Wind um die Ecke, ist kaum etwas zu tun im Garten. Dann kann der Gärtner höchstens Schnee von den Pflanzen räumen, erläutert Isabelle Van Groeningen von der Gartenakademie in Berlin-Dahlem. Ist das Wetter im Februar aber mild, gibt es durchaus einige Aufgaben - es können etwa neue Pflanzen gesetzt werden.

    Gehölze, die im Winter draußen gut klarkommen wie Zaubernuss, Schneeball und Heckenkirsche (Lonicera fragrantissima) können gesetzt werden. Letztere hat ein «fantastisches Parfüm», schwärmt Van Groeningen. «Daher sollte sie in den Vorgarten und nicht zu weit weg vom Haus gesetzt werden» - also ein Standort im Garten, den man auch im Winter regelmäßig passiert, und wo man die Pflanze riechen kann.

    Aber nicht nur pflanzen kann man Gehölze an frostfreien Tagen, wenn der Boden offen ist, sondern jene, die bereits im Garten sind, auch schneiden. Wer Hecken oder größere Sträucher stark stutzen oder roden will, muss das sogar bis Ende des Monats tun: In Wohngebieten gilt vom 1. März bis 30. September ein Bestandsschutz, damit Vögel und andere Tiere in den Gehölzen nisten können. Schnitte zum Formen und Pflegen seien allerdings auch im Frühjahr und Sommer erlaubt.

    Sagt der Wetterbericht kalte Temperaturen voraus, sollten Hobbygärtner die Pflanzen schützen: Denn scheint die Sonne und ist es zeitgleich frostig, brauchen Immergrüne Schutz. «Am besten Vlies oder ein Bettlaken über die Krone legen. Wenn keines da ist, geht Zeitungspapier», erklärt die Gartenexpertin Van Groeningen. Denn wird es den Pflanzen im Sonnenschein zu warm, benötigen sie Wasser. Das können die Pflanzen aber nicht aus dem gefrorenen Boden ziehen.

    Ist es im Februar eisig und liegt viel Schnee auf dem Boden, sollten sich Hobbygärtner um ihre Geräte kümmern. Wer Rasenmäher oder Heckenschere zur Wartung bringen will, sollte das bald tun - denn: «Im Frühjahr stehen alle Schlange», sagt Van Groeningen.

    Außerdem sind ungemütliche Tage gut fürs Planen: Für Isabelle Van Groeningen ist es ein jährliches Ritual, sich im Winter im warmen Zimmer mit einer Tasse Tee auf dem Tisch auf die Kataloge der Samenhändler, Gärtnereien und Baumschulen zu stürzen und sich zu überlegen, welche Pflanzen sie in der kommenden Gartensaison in ihren Beeten sehen möchte. Dann bestellt sie auch direkt die Pflanzen und das Saatgut oder schreibt sich in den Kalender, wann sie sich darum kümmern muss, damit diese rechtzeitig in die Erde kommen.

    Ebenfalls im Haus können sich Hobbygärtner um die erste Aussaat des Jahres kümmern: Ende Februar dürfen die Samen von Salat, Kräutern und etwa Duftwicken in die Erde, sagt Van Groeningen. Sie kommen in einen Topf oder einen Saatkasten an einem hellen Fenster. Optimal seien die Ost- oder Westseite bei einer Raumtemperatur von 15 bis 20 Grad. Der Topf wird mit Glas oder einer durchsichtigen Folie abgedeckt. Die Gartendozentin rät aber, nicht gleich die ganzen Tütchen auszusäen: «Man sollte nicht zu viel auf einmal in den Boden geben, sondern lieber während des Frühjahrs alle drei bis vier Wochen kleinere Mengen aussäen.»

    Pflanztipp für Februar: Die Pflanze, die Hobbygärtner im Februar am meisten im Garten erfreuen kann, ist für Isabelle Van Groeningen die Zaubernuss. «Wenn sie blüht, beginnt für mich die Saison», sagt die Gartenexpertin. «Ich liebe sie, sie hat eine sehr charaktervolle Wuchsform, eine schöne Herbstfarbe und einen besonderen Duft.»

    Die Pflanze braucht im Garten allerdings viel Platz, um sich zu entfalten: Mindestens drei bis vier Meter sollten es sein. Außerdem benötigt die Zaubernuss einen säuerlichen Boden, und sie schätzt Kompost oder Laubmulch.

    Es gibt gelbe, orangefarbene und dunkelrote Sorten. Van Groeningen rät von letzteren eher ab: Da Dunkelrot keine leuchtende Farbe ist, sieht man sie in der dunklen Jahreszeit auch nicht so gut. «Gelbe und orangene sind hingegen immer schön.» Die Gartenexpertin empfiehlt unter den orangefarbenen Sorten die 'Jelena' sowie den gelben 'Arnold Promise'. Und wer rot dennoch bevorzugt, sei mit 'Nivia' gut beraten.

    Ratgeber: Garten & Umwelt
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