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Bonn

Nadelgehölze mit prachtvollen Blüten

dpa/tmn

Nadelgehölze sind nicht das ganze Jahr über grün. Die Zapfenfichte zum Beispiel verwandelt sich im Frühjahr in einen Blütenbaum. Blütenzapfen in kräftigem Rosa prangen dann vor dem dunklem Grün der Nadeln.

Nadelgehölze
Die Zapfen-Fichte ist eine botanische Besonderheit, denn ihre Zapfen befinden sich an den Enden der Triebe. (Bild: PdM/dpa/tmn)

Mit der Pracht einer Zierkirsche lässt sie das nicht vergleichen. Aber spektakulär ist es trotzdem. Auch andere Nadelgehölze schmücken sich im Frühjahr mit überraschenden Farben.

Aufrecht und meist direkt auf den Triebspitzen recken sich die zarten, rosa Blütenzapfen der Zapfenfichte (Picea abies 'Acrocona'). Es sind weibliche Blütenstände, die die Blütenanlagen verborgen unter den rosa Schuppen tragen. Später wandelt sich das Rosa zu Grün, wird schließlich verholzen und als mächtiger Zapfen herabhängen. Während andere Koniferen erst im hohen Alter blühen, startet die Zapfenfichte schon in jungen Jahren. Zusammen mit dem malerischen Wuchs von maximal fünf bis sieben Metern wirkt das sehr eindrucksvoll.

Aber es gibt nicht nur die weiblichen Blüten. Wie alle Koniferen ist auch die Zapfenfichte getrenntgeschlechtig, aber einhäusig. Das heißt, sie trägt rein männliche und rein weibliche Blüten. Die männlichen Zapfen sind aber deutlich kleiner. Auch sie zeigen zuerst eine rötliche Farbe, die zu Gelb wird, wenn sie ihren Pollen in die Luft entlassen. Nadelgehölze wie die Zapfenfichte verlassen sich auf den Wind als Bestäuber. Mit jedem Hauch werden massenhaft Pollen transportiert, um in einer weiblichen Blüte zu landen.

Schmuckstücke sind auch die kleinwüchsigen Sorten der Spanischen Tanne. Abies pinsapo 'Horstmann' ist eine davon, Abies pinsapo 'Kelleris' eine andere. In strahlendem Purpurrot glühen die kräftigen Zäpfchen an ihren Zweigen. Die Sorten der Spanischen Tanne sind ein wenig frostempfindlich und können in harten Wintern Frostschäden bekommen, die aber meist wieder herauswachsen. Ein geschützter Standort hilft ihnen.

Dass auch die männlichen Blüten eine Augenweide sein können, beweist die Edeltanne (Abies procera, früher Abies nobilis). Die weiblichen Blüten sind eher unscheinbar. Vor allem sitzen sie in den oberen Zweigen, auf die der Blick nicht so rasch fällt. Aufmerksamkeit bekommen sie erst, wenn sie zu den 12 bis 20 Zentimeter langen Zapfen herangereift sind. Die karminroten männlichen Blüten dagegen sitzen am ganzen Baum dicht gedrängt in Gruppen von bis zu 30 Zäpfchen unter den Zweigen.

Zu grau- oder blaunadeligen Sorten wie der beliebten Abies procera 'Glauca' sieht das besonders hübsch aus. Beginnen sie zu stäuben, wandelt sich auch ihre Farbe mehr und mehr zu gelb. Anders als die Art, die erst im hohen Alter zu fruchten beginnt, beginnen die veredelten Sorten schon in sehr jungen Jahren zu blühen.

Auch bei den Kiefern heißt es: Die Masse macht's. Wie die Edeltanne setzen sie sich mit den männlichen Blüten stärker in Szene. Die recht kleinen, weiblichen Blüten tragen zwar Rot. Ihre Farbe verschwimmt aber mit dem hellen Braun der jungen Triebe, an deren Spitze sie sitzen. Die vielen walzenförmigen, je nach Art zwei bis vier Zentimerer langen männlichen Zäpfchen dagegen umringen die Triebe unübersehbar wie eine dicke wärmende Stulpe.

April und Mai ist die Zeit der Hochblüte. Die ungeöffneten Zapfen zeigen sich je nach Witterung schon eine ganze Weile vorher. Nur an den Zedern lassen sich um diese Zeit vergeblich Blüten suchen. Sie sind erst im Herbst dran. Die Atlaszeder (Zedrus atlantica) und ihre kleinwüchsigen Sorten blühen Ende September, die Himalaya-Zeder (Cedrus deodara) Anfang November.

Der richtige Standort für Nadelgehölze

Die meisten Nadelgehölze lieben Kühle und hohe Boden- und Luftfeuchtigkeit, so wie sie in den Wäldern und Bergwäldern herrscht, aus denen sie stammen. Mit trockenem innerstädtischem Klima kommen Zedern und einige der Kiefern wie Schlangenhaut- und Latschenkiefer zurecht. Die Böden sollten humos und gut durchlässig sein. Staunässe vertragen Nadelgehölze nicht – mit Ausnahme der Sumpfzypresse. Bevorzugte Bodenreaktion und Kalkverträglichkeit sind von Art zu Art verschieden. Die Nordmann-Tanne (Abies nordmanniana) beispielsweise mag schwach saure bis alkalische Böden und verträgt Kalk. Die Edeltanne (Abies procera) liebt saure Böden und meidet Kalk.

Ratgeber: Garten & Umwelt
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